Monja Heuler hat es gerade noch rechtzeitig geschafft zur Probe mit dem Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt. Mit dem Zug ist sie am Abend eigens aus Trossingen bei Stuttgart angereist. Planmäßige Ankunft in Neustadt: 19.51 Uhr. Weil Musikfreunde-Vorsitzender Hans-Rudolf Timmig als Chauffeur fungiert, kommt sie sogar noch pünktlich zum Probenbeginn ins Kulturzentrum am Schützenplatz.


Im Gepäck: ihre Mundharmonika. Denn Monja Heuler ist die Instrumentalsolistin beim Open-Air-Konzert, das am Sonntag im Märchenbad Neustadt stattfindet (Beginn: 19 Uhr). "Classic & Picknick" lautet das des Programms, für das Dirigent Hans Stähli eine Mischung aus Opernmelodien und Filmmusik ausgewählt und einstudiert hat. Probenendspurt im Kulturzentrum am Schützenplatz.


Auf den Pulten liegen Noten von Giacomo Puccini und Martin Böttcher, von Emile Waldteufel und Ennio Morricone - darunter auch "Der Mann mit der Harmonika" aus dem Italo-Western "Spiel mir das Lied vom Tod". Hans Stähli hat diese und viele andere Melodien neu arrangiert für sein Musikfreunde-Orchester. Die Solostimme im "Lied vom Tod" übernimmt Monja Heuler, die das Publikum in Neustadt bereits von einem Sinfoniekonzert in der Mehrzweckhalle im April 2017 noch in bester Erinnerung hat. Damals interpretierte die Künstlerin das hochvirtuose Konzert für Mundharmonika und Orchester von Michael Spivakovsky.


Die erste Probe mit der Instrumentalsolistin nutzt Dirigent Hans Stähli konsequent dazu, an Details zu feilen und auf das passende Tempo zu achten. Ganz wichtig ist Stähli auch die Klangbalance zwischen den einzelnen Instrumentengruppen. "Decken Sie die Holzbläser nicht zu. Sie sind hier nur Begleitung", erklärt er den Streichern bei einer heiklen Stelle in Emile Waldteufels "Espana"-Walzer.

Großen Wert aber legt er auch darauf, den Charakter der vielen einzelnen Stücke präzis zu erfassen. Immer wieder gibt es dazu ganz praktische Tipps. "Spielen Sie kurze Noten, das muss frech klingen", rät er wiederum den Streichern weniger später bei der nächsten schwierigen Stelle.

Viele der Stücke, die am Sonntag im Freibad erklingen werden, hat Hans Stähli für sein Ochester bearbeitet. Dazu gehört die Fanfare, die Alfred Newman einst für den Filmkonzert 20th Century Fox geschrieben hatte, ebenso wie die Titelmelodie aus Martin Böttchers Soundtrack zur Karl-May-Verfilmung "Winnetou".


Überhaupt dominieren Western-Melodien im zweiten Teil des Abends, darunter zum offiziellen Abschluss des Programms die markante Musik zur Serie "Bonanza". Übrigens: Für alle Fälle hat Stähli mit seinem Orchester vorsorglich einige Zugaben einstudiert...


Zweite Solistin des Freiluft-Konzert im Märchenbad ist die junge Coburger Sopranistin Selina Schreiner. Sie wird sich dem Publikum mit einer Arie aus der Oper "Die Regimentstochter" von Gaetano Donizetti" und die Titelmelodie aus "Spiel mir das Lied vom Tod" interpretieren.



Rund um das Klassik-Open-Air im Freibad