Die 28 Millionen Euro, die in die Sanierung der Realschule Coburg II insgesamt investiert wurden, waren in den Reden bei der offiziellen Einweihung immer wieder ein Thema. Die größte Investition des Landkreises seit 1945 sei das gewesen, ein Geschenk an die Schule. Am Ende waren sich aber alle einig, dass das Ergebnis diesen Aufwand gerechtfertigt hat.

Landrat Michael Busch (SPD) freute sich, die Schule nun auch offiziell in die Hände von Schulleiter Klaus Reisenweber zu übergeben. Doch das war nicht der einzige Anlass für die Feierlichkeiten: Die CO II feierte auch ihr 50-jähriges Bestehen.


Schüler schätzen ihre Schule

Für Busch ein Grund, auf das Jahr 1968 und die Situation an den deutschen Schulen damals zurückzublicken: "Es ist heiß hergegangen", sagte er. Die "Kinder von Karl Marx und Coca Cola" hätten damals so einige Lehrer in Angst und Schrecken versetzt. "Wir standen früher mit Schlabberjeans, zerrissenen Hemden und langen Haaren hier", während der Dresscode der CO II Schüler bei der Einweihung - vor allem auf der Bühne - deutlich festlicher war. "Und das ist gut so. Im Gegensatz zu früher ist die Schule hier nicht mit Graffitis besprüht, weil die Schüler sie wertschätzen."
"Hier herrschte für sechs Jahre Ausnahmezustand", sagte Busch über die Sanierung im laufenden Schulbetrieb. "Aber es hat alles wirklich gut funktioniert", lobte er. "Das ist eine wunderbare Schule belegt mir wunderbaren Schülern. Wir sind stolz auf die CO II. Die nächsten 50 Jahre muss die Schule jetzt halten!"

Der Stolz war auch Schulleiter Klaus Reisenweber anzumerken. Er lobte nahezu jeden, der an dem Projekt beteiligt war: Von den vielen Handwerkern über den Hausmeister bis hin zu den Sekretärinnen. Auch den Lehrern dankte er: "Es gab Bauphasen, wo das Kollegium viel weggesteckt hat, worüber man sich hätte beschweren können."

Als "großes Los" bezeichnete er den Bamberger Architekten Christoph Gatz und den Münchner Landschaftsarchitekten Jürgen Huber, die mit ihren Büros für die Gestaltung der Schulanlage verantwortlich sind. Sie hatten sich in einem anonymen und europaweiten Wettbewerb vor einer Fachjury durchgesetzt. Gatz nannte die Arbeit an einer Schule "eine der schönsten Aufgaben, weil man für die Jugend baut" und fügte an, dass die räumliche Nähe von Architekturbüro und Bauort "nicht ganz unvorteilhaft" gewesen sei. "Und dass wir die örtliche Sprache verstehen!"


Optimale Voraussetzungen

Alle Redner betonten: Die Schüler fänden jetzt ideale Lernbedingungen vor. Elfriede Ohrn-berger, Ministerialdirigentin im Bayerischen Kultusministerium, zitierte den italienischen Erziehungswissenschaftler Loris Malaguzzi: "Der Raum ist der dritte Pädagoge." Die ersten beiden seien Mitschüler und Lehrer: "Hier sind alle Voraussetzungen für den dritten Pädagogen bestens erfüllt."

Für die Einweihung im wörtlichen Sinn waren Pfarrer Arnold Kroll, Leiter des Schulreferats im evangelischen Dekanat Coburg, der katholische Dekan Roland Huth und Imam Musa Uzun von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Coburg gekommen. Als Gastgeschenk überreichte Huth einen Stein aus dem alten Altar der Kirche St. Augustin: "Nachdem für die Kreuze neuerdings das Staatsministerium zuständig ist."

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Schulband, Chor und Bläserensemble der CO II untermalt, die die vergangenen 50 Jahre Revue passieren ließen - von Elvis über Metallica bis in die heutigen Charts.