Der Gartenbaulehrer Christian Glaser ist dieses Jahr besonders zufrieden mit seinen Schützlingen. "Es hat alles sehr gut geklappt", sagt er. Seit Jahren betreut er das Landbaupraktikum der jeweiligen 9. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule in Coburg. Er steht deshalb mit den Bio-Bauernhöfen in engem Kontakt.

Die Gelegenheit, fern von Schule und Familie die Arbeit und das Leben in einem landwirtschaftlichen Betrieb kennenzulernen, ist eine einmalige Erfahrung. Die Schüler verbringen drei Wochen allein oder zu zweit auf den Höfen; diese sind weit zerstreut, von Hamburg bis Südtirol.

Ein Acht-Stunden-Tag über den ganzen Tag verteilt

Der Tages- und Arbeitsrhythmus ist ein anderer als an der Schule oder später in der Wirtschaft. Man muss sich nach dem Wetter, den Bedürfnissen der Tiere und Pflanzen richten. Für die Schüler ein Acht-Stunden-Tag. 1#googleAds#100x100 Kein Urlaub auf dem Bauernhof, sondern Arbeit für Kost und Logie.

Die Schüler wohnten in dieser Zeit zum Teil in Wohngemeinschaften, mit Praktikanten aus anderen Waldorfschulen oder mit jungen Leuten, die das Freiwillige Ökologische Jahr absolvieren, erzählt Antonia Mönch. Sie absolvierte ihr Praktikum auf dem Eulenhof in Dogern. "So erlebt man auch mal das WG-Leben, aber vor allem, sich selber zu organisieren."

Auch am Sonntag wird gemolken

Für die Schüler, die in Milcherzeugungs- oder Rinderzuchtbetrieben praktizierten, fing der Arbeitstag schon sehr früh an. Um 6 Uhr hieß es Stalldienst: Ausmisten, Kühe melken, Füttern ..., verbunden mit der Erkenntnis, dass auch am Wochende gemolken wird.

Lehrer Christian Glaser resümiert: "Es ist eine gute Möglichkeit, unmittelbar zu erleben, dass hinter Arbeit ein Sinn steht." Gefrühstückt wurde dann in der Familie oder im Team - erst nach der Stallarbeit, nachdem die Tiere versorgt waren. Am Tisch wurde dann die anstehende Arbeit besprochen und verteilt.

Der Tag in einem Gärtnereibetrieb hingegen beginnt etwas später. Im Gewächshaus Triebe hochbinden, Hacken, Salat und anderes Gemüse ernten, Bestellungen vorbereiten oder Jungpflanzen setzen auf dem Feld. "Allerdings musste ich am Markttag schon um 5 Uhr aufstehen", erklärt Lukas Trumpp. Wobei er erlebte, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, alleine einen Stand auf- und abzubauen. Trotzdem endet die schriftliche Dokumentation seiner Zeit auf dem Hof mit dem Satz: "An die Zeit auf dem Demeter-Gärtnerhof in Uffenheim werde ich mich gerne zurückerinnern, weil ich jetzt anders über Lebensmittel denke, dass sie etwas Wertvolles sind." Für die Neuntklässler waren es drei ereignisreiche Wochen, in denen Kälbchen und Fohlen geboren, kranke Tiere versorgt werden mussten. Es war ein Ausgleich zum Sitzen im Klassenzimmer und eine Hilfe für die Höfebesitzer.