Das Kirchspiel Seidmannsdorf im Coburger Osten hat am vergangenen Sonntag Abschied von seinem bisherigen Seelsorger Pfarrer Klaus Göpfert genommen. Pfarrer Göpfert und seine Frau, Pfarrerin Gertrud Göpfert, bislang Seelsorgerin in der Kirchengemeinde Ebersdorf bei Coburg, werden künftig in der evangelischen Kirchengemeinde Altötting sein. Das war auch Anlass zu Wortspielereien. "Ich habe in den letzten Jahren Gefallen daran gefunden, Pfarrer an einer Marienkirche zu sein", sagte Klaus Göpfert. Die Pfarrkirche von Seidmannsdorf sei "unserer lieben Frauen" gewidmet. Und jetzt komme er mit seiner Frau nach Altötting, dem Zentrum der Marienverehrung in Bayern, die evangelische Kirche sei freilich Marias Sohn Jesus, "dem guten Hirten", geweiht.

Pfarrer Töpfer legte seiner Abschiedspredigt in Seidmannsdorf einen Abschnitt aus dem fünften Kapitel des Briefes des Apostels Paulus an die Epheser zu Grunde. Darin heißt es "Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit." Er stellte zwar fest, dass es auch im elektronischen Zeitalter noch ein diffuses Wissen über die Tugend der Ehrlichkeit und den Umgang mit der Wahrheit gebe. Aber: "Zwischen Anspruch und Wirklichkeit tut sich da oft ein garstiger Widerspruch auf." Es werde aus dem Blick verloren, was vor Gott wichtig und wesentlich ist und dem Mitmenschen diene. "Nur allzu häufig lässt sich sogar beobachten, dass es leichter fällt, sich mit den Tätern zu solidarisieren, als sich auf die Seite der Opfer von Diffamierungen und Gewalttaten zu schlagen", sagte der Geistliche.


Dank für die Geborgenheit

Göpfert nutzte die Predigt, um seiner bisherigen Gemeinde für die von ihr vermittelte Geborgenheit zu danken. Er erinnerte an die Glockenweihe in Seidmannsdorf oder das Dorfjubiläum in Rohrbach. Er freute sich über die kirchenmusikalische Vielfalt im Kirchspiel. Schließlich dankte Göpfert auch für das gute Miteinander im Leitungsteam der psychosozialen Notfallversorgung. Im Bereich Notfallseelsorge und psychosoziale Notfallversorgung sei für viele Menschen Hilfestellung in Krisensituationen möglich geworden.


Gott wird erfahrbar

"Hier wird Gott erfahrbar", sagte Gerald Jose vom Arbeiter-Samariter Bund und vom Team der Psychosozialen Notfallversorgung. "Ich kann zu den Menschen gehen und einfach da sein und ein Zeuge unserer Hoffnung sein." Die beiden Ortssprecher im Coburger Stadtrat, Reiner Dressel (Seidmannsdorf und Löbelstein) sowie Dietmar Wächter (Lützelbuch), dankten für das gute Wirken Göpferts im Coburger Osten. Helfried Schreiner, Zweiter Bürgermeister von Grub am Forst, sagte: "Es hat sich eine effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt." Weitere Grußworte sprachen unter anderem Kirchenpfleger Prof. Helmut Kollo für den katholischen Seelsorgebereich Coburg Stadt und Land, der katholische Notfallseelsorger Pastoralreferent Christian Beck, Pfarrerin Gabriele
Töpfer als Seniorin des evangelischen Pfarrkapitels im Dekanat Coburg sowie Andrea Stier vom Kirchenvorstand Seidmannsdorf.

Musikalisch wurde der Festgottesdienst gestaltet unter anderem vom Kirchenchor und dem Posaunenchor Seidmannsdorf und der Chorgemeinschaft der Gesangvereine Lützelbuch, Neu- und Neershof und Rohrbach.