Unter Sportlern gibt es wohl kaum einen, der Peter Rückert nicht kennt. Von 1983 bis 2003 war er Vorsitzender der bayerischen Sportjugend und seit 1996 ist er beim bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) aktiv. Er ist Vorsitzender des Sportkreises Coburg und stellvertretender Vorsitzender des Sportbezirks Oberfranken. Seit fünf Jahren sucht er einen Nachfolger, der ihn im Sportkreis Coburg beerbt.

Nun steht am Samstag wieder einmal der Kreistag an, der alle fünf Jahre stattfindet und an dem Delegierte aus 178 Vereinen teilnehmen. Für den Vorsitzenden und sein Team bedeutet das viel Arbeit. Da denkt er schon mal wieder darüber nach, dass er das gern in jüngere Hände abgeben würde. "Es ist nicht so leicht, jemanden zu finden. Viele, die dafür in Frage kommen, haben schon eine Reihe anderer Funktionen", sagt Peter Rückert.

Hoher Stellenwert und Akzeptanz

Dabei könnte ein neuer Vorsitzender ein gut bestelltes Haus übernehmen, findet er. "Der Sport hat durch den BLSV einen hohen Stellenwert und eine hohe Akzeptanz, auch bei Politikern." Er werde zu Arbeitgeber-Verbänden eingeladen, die den Sport unter anderem auch als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor verstünden, erläutert Peter Rückert. Die Stadt stelle dem Sportkreis Räume für eine Geschäftsstelle zur Verfügung. "Wir sind der einzige Kreis in Oberfranken, der so etwas hat." Derzeit befindet sich die Geschäftsstelle in der Pfarrgasse 4 und ist jeden Montag von 17 bis 20 Uhr geöffnet. "Die Vereine nehmen das sehr gut an." Man könne ihn aber auch jederzeit anrufen, wenn es Probleme gebe und er helfen könne, betont der Vorsitzende.

Zehn Mitglieder hat der Vorstand des Sportkreises Coburg. Sie repräsentieren das Gremium in der Öffentlichkeit. Naturgemäß bleibe dennoch viel für den Vorsitzenden zu tun. Das mache viel Freude, aber auch viel Arbeit. Und weil Peter Rückert am 1. Dezember 66 Jahre alt wird, wäre es ihm lieb, er könnte diese große Verantwortung nun abgeben. "Einen neuen Vorsitzenden würde ich natürlich erst einmal mitnehmen und richtig einarbeiten", verspricht er.

Kreistag am Wochenende

Doch am Wochenende steht erst einmal der Kreistag an. Er findet von 10 bis 12 Uhr in der CoJe statt. "Ellenlange Berichte gibt es bei uns nicht. Dafür haben wir das Berichtsheft", erzählt Peter Rückert. Um dessen Herstellung kümmere er sich im Übrigen auch, wozu unter anderem die Sponsorensuche gehöre.

Neben den Grußworten von Politikern wird es auch Kurzvorträge geben. Einen hält Martina Berger, Sozial- und Schulreferentin im Landratsamt. Sie spricht über ein Thema, das auch Peter Rückert sehr am Herzen liegt: Demografie und ihre Auswirkungen auf den Sport. "Viele Vereine erkennen noch nicht, was in den nächsten Jahren auf sie zukommt."

Mehr für neue Zielgruppen tun

Es werde zu wenig für ältere Sportler getan. "Und die 20- bis 40-Jährigen rennen in die Fitness-Studios, weil die Sportvereine für diese Altersgruppe zu wenig attraktive Angebote machen." Positive Beispiele seien hier aber der Skiclub Neustadt und der Sportverein Ahorn. Peter Rückert hofft, dass Martina Berger auch die anderen anregen kann, sich mehr mit den neuen Zielgruppen zu beschäftigen. "Der Aufwand, der dafür notwendig ist, lohnt sich", betont er.

Schließlich werden beim Kreistag der Vorstand des Sportkreises gewählt sowie langjährige und verdienstvolle Mitglieder ausgezeichnet. Eine Verdienstplakette bekommen Landtagsmitglied Jürgen W. Heike (CSU), der bisherige Bad Rodacher Bürgermeister Gerold Strobel (FW) und Kurt Bernreuther, Bürgermeister in Grub am Forst (SPD).

Peter Rückert hofft indes, dass sich aus den Reihen der Sportler einer findet, der den Vorsitz des BLSV-Sportkreises ebenso attraktiv findet wie er selbst.