Technisch gesehen sind Instrumente einfach die Arbeitsmittel für Musikerinnen und Musiker. Doch die Beziehung zwischen den Musizierenden und ihren jeweiligen Instrumenten ist viel komplexer - eine intensive Wechselbeziehung, die zum künstlerischen Klang wird. In der Serie "Mein Instrument und ich" stellen wir Instrumentalisten des Philharmonischen Orchesters Landestheater Coburg vor - heute Dietmar Engels und seinen Kontrabass.

Seit wann musizieren Sie auf/mit diesem Instrument?

Dietmar Engels: Kontrabass allgemein seit meinem 17. Lebensjahr, auf diesem Instrument seit 1995.

Was oder wer hat Sie bei Ihrer Instrumentenwahl beeinflusst, warum spielen Sie ausgerechnet Kontrabss?

Eigentlich wollte ich in eine ziemlich gute Rockband mit Bassgitarre einsteigen, beim Instrumentenkauf habe ich mich dann in einen Kontrabass verguckt.

Wo haben Sie dieses Instrument gekauft?

In Tschechien.

Welches Stück haben Sie zuerst auf diesem Instrument gespielt/geübt?

"Per questa bella mano", Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart für Bariton mit obligatem Kontrabass.

Wie pflegen Sie Ihr Instrument?

Alle 100000 km große Inspektion, regelmäßige Ölwechsel ;-) Ernsthaft: Saiten, Griffbrett, Korpus von Schweiß und Kolophonium reinigen, jedes Jahr beim Geigenbauer durchsehen lassen.

Wieviele verschiedene Instrumente werden im Leben eines Musikers "verschlissen"?

Verschleißen kann man ein Saiteninstrument nicht wirklich, da wechselt man, wenn man ein qualitativ höherwertiges Instrument möchte. Mein erster Bass war aus Sperrholz, der zweite hat mich durch das Studium begleitet, den aktuellen Bass habe ich auch schon ziemlich umbauen lassen.

Welche Macken hat dieses Instrument eventuell?

Außer der tiefen Lage und der Größe eigentlich keine...

Was lässt sich damit besonders gut musizieren?

Der Kontrabass fühlt sich in sehr vielen Genres wohl; Klassik, Jazz, Tango, Bluegrass, Rockabilly...

Was ist besonders heikel darauf zu spielen?

Wie Johannes Brahms so richtig bemerkte, "ein sauberer Ton auf dem Kontrabass ist ein Glücksfall".

Was ist die weiteste Reise, die Ihr Instrument bisher unternommen hat?

Von Coburg nach Teneriffa, wo ich ein Jahr lang im dortigen Sinfonieorchester spielen durfte und mit diesem Orchester auf einer Reise nach Peking mitgefahren bin.

Wie stellen Sie sich den Anforderungen des Instrumentes auf Dauer? Was tun Sie mit Blick auf die speziellen Anforderungen Ihres Instrumentes für die körperliche und geistige Fitness?

Seit 20 Jahren Fitness-Training; seit der Coronaepidemie habe ich Yoga für mich entdeckt. Regelmäßiges und bewusstes Üben bescheren mir immer wieder neue Perspektiven.

Gibt es ein bestimmtes Werk, das Sie zu ihrem Instrument geführt hat?

Nicht wirklich. Es fing ganz harmlos mit ein paar Bogenstrichen auf der D-Saite an und irgendwann bin ich aus der Sache nicht mehr herausgekommen.

Welche Materialien sind in Ihrem Instrument verarbeitet?

Mein Kontrabass besteht aus Fichtenholz für die Decke, Ahorn für Zarge und Boden, Ebenholz für das Griffbrett und weitere nicht identifizierte heimische Hölzer für Saitenhalter und Wirbel.

Wer ist Ihr größtes Vorbild auf dem Kontrabass?

Vorbilder sind für mich der amerikanische Bassist Bertram Turetzky, der mir angstfreies Musizieren bei einem Workshop näher gebracht hat und mein sehr geschätzter Kollege der Bamberger Symphoniker Christian Hellwich, der zwischen Pop, Jazz und Klassik immer sehr stilsicher seine Akzente setzt.

Die Fragen stellten Jochen Berger

sowie Musikerinnen und Musiker

des Philharmonischen Orchesters.

Serie "Mein Instrument und ich": Dietmar Engels

Dietmar Engels Studium an der Musikhochschule Köln, nach Zeitverträgen in Darmstadt und Köln seit 1993 Kontrabassist in Coburg;Unterrichtstätigkeit an der Berufsfachschule für Musik in Kronach, Gymnasium Albertinum und Casimirianum in Coburg;

Tangoprojekte in der Schweiz und in Coburg

Konzert-Tipp

2. Sinfoniekonzert - 31. Oktober, 18

Uhr, 1. November, 20 Uhr - Franz Schubert: Ouvertüre C-Dur D. 591 ;

Nino Rota: Divertimento concertante für Kontrabass und Orchester

Alfredo Casella: Serenata op. 46a - Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Dietmar Engels (Kontrabass), Dirigent: Daniel Carter

Tickets Theaterkasse, unter 09561/89 89 89 (per Mail: theaterkasse@landestheater.coburg.de). red