Coburg
Stadtentwicklung

Ohne Spatenstich geht es nicht: Baustart des Globe Theaters in Coburg

Auf die Feier zum Baubeginn des Globe am Güterbahnhof wurde Corona-bedingt verzichtet, nicht aber auf das offizielle Startzeichen. Auf dem übrigen Gelände des Areals würde sich gerne die Hochschule Coburg ansiedeln.
Die blaue Linie und die Holzpflöcke lassen die Dimensionen erahnen, die das Globe-Theater haben wird, wenn es voraussichtlich Ende 2022 fertig ist. Fotos: Ulrike Nauer

Sind es "Freudentränen", wie Oberbürgermeister Dominik Sauerteig vermutet, oder doch eher "Weihwasser", wie Tina Maria Vlantoussi-Kaeser von der Globe GmbH meint? Just als das kleine Grüppchen aus Vertetern der Globe GmbH, der Stadt Coburg, der Regierung von Oberfranken und dem leitenden Architekten, Marcel Ebert, zu den bereitgestellten Spaten greifen will, um die ersten Schaufeln Sand zu bewegen, fallen zwischen den Sonnenstrahlen ein paar Regentröpfchen und "taufen" das noch leere Globe-Areal.

Wobei, ganz leer ist es nicht mehr. Holzpflöcke und blaue Farbe markieren schon das spätere Rund des Globe und lassen erahnen, wie groß das fertige Gebäude einmal sein wird. Und natürlich ist ein kleiner Sandhaufen aufgeschüttet, damit wenigstens der symbolische Spatenstich stattfinden kann.

Veranstaltung wegen Corona abgesagt: Spatenstich fand trotzdem statt

Ursprünglich war ein viel umfangreicheres Programm geplant, unter anderem mit Feierlichkeiten, Grußworten und der Bestückung des Grundsteins in der benachbarten Pakethalle. In weiser Voraussicht waren zu diesem Termin schon weniger Gäste eingeladen worden, als ursprünglich vorgesehen. Doch angesichts der steigenden Corona-Zahlen in den letzten Tagen hatten die Verantwortlichen am Montag kurzfristig entschieden, die Veranstaltung abzusagen und sich auf den symbolischen Spatenstich zu beschränken.

Statt mehrerer Reden gibt es die Grußworte von OB Sauerteig und Michael Stoscheck (Globe GmbH) an diesem Mittwochmorgen für die Medienvertreter als Manuskript. Sauerteig etwa wollte erzählen, dass er anfangs gar kein Befürworter der Globe-Idee gewesen sei, doch nun sei auch er davon überzeugt. Auf dem Güterbahnhofsareal entstehe ein "architektonisches Ausrufezeichen", das nicht nur zeitlicher Ersatz für etwas anderes sei, sondern für sich alleine stehe. "Groß, mutig und erhaben wird es den Südeingang unserer schönen Stadt wie kein anderes Bauwerk aufwerten."

Auch ein offenes Wort zu den Finanzen wollte Sauerteig sprechen, denn das Globe sei nicht "zum Schnäppchenpreis" zu haben: "Rund 30 Millionen Euro werden wir allein ins Globe und seine Nebengebäude stecken. Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass diese Ausgaben an anderer Stelle fehlen werden." Hinzu kämen Mammutprojekte wie die Generalsanierung des Landestheaters und das neue Klinikum.

Sauerteigs Wunsch: "lebendiges Quartier mit ökologischen Komponenten"

Doch all das bleibt heute ungesagt. Stattdessen fasst sich Sauerteig sehr kurz, wünscht sich ein "lebendiges Quartier mit ökologischen Komponenten", das viele Menschen auf das Areal holen werde.Seine Hoffnung, dass sich die Hochschule Coburg auf dem Areal mit vielen weiteren Gebäuden zu Forschung und Lehre ansiedeln und weitere Studenten anziehen möge, wie es im Redemanuskript etwas ausführlicher heißt, könnte sich durchaus erfüllen. Michael Stoschek hat einen Brief mitgebracht, den Hochschul-Präsidentin Christiane Fritze kürzlich an den OB und die Coburger Stadträte geschickt hatte. Es ist die Stellungnahme zum Bebauungsplanentwurf für das Gebiet ehemaliger Güterbahnhof/Schlachthof, der bis Ende September öffentlich ausgelegen hatte.

Lesen Sie auch:

Die Präsidentin bittet deshalb die Stadtführung im Wesentlichen darum, der Hochschule das gesamte übrige Areal zur Verfügung zu stellen. Außerdem solle die Resolution zur Unterstützung der Haushaltsanmeldungen der Hochschule so früh wie möglich beschlossen werden - "als politisches Signal der Rückendeckung seitens der lokalen Politik und Wirtschaft ".

Die Hochschule Coburg verfolge an diesem Areal das klare Ziel, neben dem Campus Friedrich Streib und dem Campus Design einen weiteren Campus der Hochschule am Standort Coburg entstehen zu lassen. Für ihre künftige Entwicklung werde die Hochschule Flächen von rund 25000 Quadratmeter benötigen, schreibt Fritze. Die beiden Campi Friedrich Streib und Design könnten dies nur zum Teil leisten. "Das dringend benötigte MINT-Quartier am Standort Coburg, in dem drei inzwischen rasant gewachsene und forschungsstarke Technikfakultäten untergebracht sind, fordern beispielsweise schon eine Fläche von ca. 16000 Quadratmetern", so Fritze.

Auch in Planung: Ein dritter Hochschul-Campus

Michael Stoschek begrüßt das. "Nun wollen wir hoffen, dass das gesamte Gelände dem Nutzen zugeführt wird, den Professor Ackers schon 2009 beschrieben hat. Damals hatte er erklärt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte auf diesem Gelände eine Stätte für Bildung, Design, Startup-Unternehmen, also für die so wichtige Zusammenarbeit zwischen Studenten und Wirtschaft entstehen soll. Das wäre ganz wichtig, damit die jungen Leute auch nach ihrer Ausbildung in Coburg bleiben und der Wirtschaft zur Verfügung stehen."