Eine zukunftsweisende Entscheidung hat der Gemeinderat von Meeder in seiner jüngsten Sitzung getroffen. Südlich der Firma Leuwico in Wiesenfeld soll auf einer Fläche von rund 55000 Quadratmetern ein Gewerbegebiet entstehen, das vor allem der Nahversorgung der Bevölkerung dienen soll. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und die damit einhergehende frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.

Bevor es zur Abstimmung kam, erläuterten Harald Lötsch (Systembau GmbH, Hilpoltstein) und Tobias Semmler (Ingenieurbüro IVS, Kronach), wie das Baugebiet, das erst durch die Verlegung der Staatsstraße 2205 entstanden ist, entwickelt werden könne. Und sie erklärten den dazugehörigen Bebauungsplan. Demnach könnten ein Gewerbegebiet (7500 Quadratmeter), ein zweckgebundenes Sondergebiet (12600 Quadratmeter) und ein Industriegebiet mit 18500 Quadratmetern entstehen. Nach Worten von Harald Lötsch soll das Sondergebiet dem großflächigen Einzelhandel mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern (Lebensmittelmarkt) und einem Textilmarkt (400 Quadratmeter) vorbehalten sein.

Keine Einwände vom Amt

Für das Gewerbegebiet ist vorgesehen, Dienstleistungsunternehmen sowie eine Tankstelle anzusiedeln. Tobias Semmler unterstrich, dass der Bebauungsplan mit dem staatlichen Bauamt vorbesprochen sei und es von dort aus keine grundsätzlichen Einwände gebe. Wert legte Semmler auf die Feststellung, dass durch das neue Baugebiet die bestehende Wohnbebauung in keiner Weise unzulässig belastet werde. Gemeinderat Christian Flohrschütz bezeichnete das Vorhaben als ein "super Projekt". Sein Wunsch sei es, dass hier auch das Thema regenerative Energien berücksichtigt wird. Seine Zufriedenheit mit den Plänen brachte Gerald Göhring (FW) zum Ausdruck, als er betonte: "Die Erwartungen haben sich erfüllt." Den Planern sagte er die volle Unterstützung des Gemeinderates zu. Bürgermeister Bernd Höfer (CSU) meinte, dass der Gemeinderat eine sehr gute Entscheidung zur positiven Entwicklung der Gemeinde getroffen habe.

Ein Reizthema

Die Installation von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist in vielen Gemeinden ein Reizthema. Ein Antrag der CSU-Fraktion zielt darauf ab, hier klare, nachvollziehbare Parameter zu schaffen. Christian Flohrschütz erläuterte, dass es aus Sicht der CSU-Fraktion nicht die Lösung sein könne, eine permanent aufschiebende Haltung - wie bisher geschehen - einzunehmen. Flohrschütz weiter: "Durch unseren Antrag kann nun ein klarer Fahrplan festgelegt werden, der eine Einzelentscheidung für solche Bauprojekte erleichtert." Unter anderem heißt es in dem Papier, dass grundsätzlich auf allen Flächen im Gemeindegebiet eine solche Ansiedlung möglich sein sollte. Diese Forderung konnte Dagmar Escher (SPD) nicht im Raum stehen lassen. "Das ist nicht das, was wir einmal wollten", stellte die Gemeinderätin fest. Auch verwies sie darauf, dass der im Antrag festgehaltene Verzicht auf zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen im Widerspruch zum Naturschutzgesetz stehe. Christian Flohrschütz entgegnete hierzu, dass es sich bei der Ansiedlung von Photovoltaikanlagen nicht um eine Versiegelung von Freiflächen handele. Norbert Gleichmann (FW) kritisierte, dass die CSU vor einer Debatte bereits die Presse über ihren Antrag informiert habe. "Dies ist kontraproduktiv", betonte Gleichmann. Weiter sprach sich Gleichmann dafür aus, den Klimaschutzbeauftragten des Landkreises, Christian Gunsenheimer, zu einer Sondersitzung des Gemeinderates zu diesem Thema einzuladen. Gerald Göhring meinte diplomatisch, dass man sich über das Ziel wohl einig sei, allerdings nicht über den Weg dorthin. Er regte an, weitere Informationen zu dem Thema einzuholen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir dann eine gute Lösung für unsere Bürger schaffen", zeigte er sich überzeugt. Den Antrag der CSU sah Bürgermeister Bernd Höfer als eine Eröffnung zur Diskussion. Er äußerte den Wunsch, die Faktionen mögen sich hierzu "ins Benehmen setzen".