Die Saison auf der Coburger Hütte in den Mieminger Bergen (Tirol) endet meist Anfang Oktober. Kurz vorher reist stets eine Gruppe von der Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) an. Nicht, um das Saisonende zu feiern, sondern um anfallende Arbeiten zu erledigen, bevor der Winter Einzug hält.

An einem Hang in unwegsamen, steilen Gelände wurden nach Genehmigung durch den Förster umgestürzte Bäume zersägt, mit Muskelkraft nach unten geschafft und dort weiterverarbeitet zu Brennholz für die Hütte. Ein Weg an der Hütte zu den Tischen der Gäste war dadurch teilweise weggebrochen, sodass die Bedienungen Schwierigkeiten hatten, die Speisen unfallfrei zu den Gästen zu bringen.

Neue Treppe für den Service

In einer aufwändigen Aktion wurden mit Balken und Eisenstangen Treppen gebaut, die zirka einen Kubikmeter großen Hohlräume mit Steinen, Schotter und Kies gefüllt, der mit Eimern den Berg hochgeschleppt werden musste. Nun ist dort gefahrloses Laufen wieder möglich.

Es gibt aber noch mehr zu tun, nachdem Vandalen die eingemauerte Metallkasse im Winterraum herausgebrochen hatten, mauerte Lui Müller das Loch wieder zu. Für die anstehenden Malerarbeiten ist Werner Kaiser zuständig. Auch in den Zimmern wurden Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.

Walter Hörath und Guido Berner brachten Markierungen in der Grünsteinscharte an. Das sogenannte "Wasserschloss" wurde innen gereinigt, ein Leck in der Wasserleitung musste verschlossen werden, dazu musste sich Lui Müller mit einem Seil sichern.

Bei der Begutachtung des Weges zum Tajatörl stellte das Team fest, dass der Weg an einer Stelle fast komplett weggebrochen ist und nach dem Winter neu angelegt werden muss. Schiefe Sitzbänke an der Hütte wurden begradigt, verstopfte Abflüsse gereinigt, Absperrseile an den Wegen abgebaut, wegweisende Schilder gerichtet und befestigt.

Auch das vorhandene Werkzeug unterzogen die Männer einer Inventur, Schäden daran wurden sogleich repariert. Auch der Hitzeschild hinter dem Ofen im Winterraum musste neu befestigt werden. Einen hölzernen Übergang im "Hohen Gang" machten sie rutschsicher und wie alle Jahre wieder mussten die teils offenliegende Wasserleitung abgedeckt werden.

Coburger Bratwurst im Gepäck

Wie auch im letzten Jahr brachte Werner Kaiser Coburger Bratwürste mit, die vom Hüttenpersonal und Hüttenwirt Jürgen Schranz bereits sehnsüchtig erwartet wurden. Gleich am Ankunftstag wurden die Würste daher stilecht gebraten und verspeist.

Trotz der Arbeit des Teams bleibt der Winterraum in diesem Jahr coronabedingt verschlossen. Dennoch wird das Hütten- und Wegeteam des DAV Coburg auch im kommenden Jahr wieder nach Tirol reisen, denn die Arbeit rund um die Coburger Hütte ist niemals beendet.red