Der Kreistag hat am Dienstag den Weg dafür frei gemacht, dass der Lückenschluss der Werrabahn zwischen Südthüringen und Coburg im Jahr 2015 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Eine Trasse n-Empfehlung geht mit dem gegen acht Stimmen gefassten Beschluss nicht einher - und damit auch keine ausdrückliche Ablehnung der umstrittenen Trasse durch das Lautertal.

Dass diese aber dennoch nicht kommen soll, war aber allen Beteiligten eine Aussage wert. Das begann schon mit Landrat Michael Busch (SPD), der eine Reaktivierung der alten Trasse von Nord nach Süd durch das Lautertal als "nicht möglich" bezeichnete. Auch SPD-Sprecher Frank Rebhan sagte, dass "diese Trasse nicht kommen kann", wollte sie aber schriftlich im Beschluss nicht ausdrücklich ausschließen. Er verwies dabei auf den Bahn-Gipfel im Herbst, bei dem die Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums klar signalisierten: Die Werrabahn wird nur in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, wenn sich die Region einig ist. Und die vorauseilende Ablehnung einer Trasse, warnte Rebhan, könne eben schnell als Uneinigkeit ausgelegt werden.

Bedenken stehen im Protokoll

Nicht ganz wohl fühlte sich bei dieser Taktik Martin Mittag (CSU/Landvolk). Er - und viele seiner Fraktionskollegen - hätte es schon gerne gesehen, wenn der Landkreis dem Wirtschaftsministerium gegenüber seine Ablehnung der Lautertal-Trasse signalisiert hätte. Dies ist nun zwar nicht der Fall - aber immerhin wurden die Bedenken der Bürger aus Lautertal und Dörfles-Esbach (sie wurden von Udo Döhler, Freie Wähler, noch einmal ausführlich erläutert) ausdrücklich Teil des Sitzungsprotokolls sein. Vernichtend fiel in der Diskussion quer durch alle Fraktionen das Urteil über die von der Coburger IHK mit finanzierte Machbarkeitsstudie zur Lautertal-Trasse aus. Diese sei "sehr unzutreffend", sagte Michael Busch. Frank Rebhan fand sie einfach nur "merkwürdig". Und Hendrik Dressel fand die Qualität der Aussagen "bedauernswert".

Aber der Seßlacher Bürgermeister fand auch positive Aspekte bei der Studie: So könne man wirklich damit rechnen, dass sich ein Lückenschluss - wo auch immer - wirtschaftlich rechnet. Deshalb müsse man ihn auch in den Bundesverkehrswegeplan bringen. Sozusagen als "Türöffner für die Infrastruktur der Zukunft".

Ein Punkt war Landrat Michael Busch dann noch eine gesonderte Stellungnahme wert: der Zeitplan. Weil, egal auf welcher Trasse, ein Raumordnungs- sowie ein Planfeststellungsverfahren notwendig ist, werden die Züge zwischen Eisenach und Coburg kaum vor 2030 fahren. Das heißt für Busch: "Dieser Bahn-Lückenschluss hat mit dem ICE-Halt in Coburg nur ganz, ganz gering etwas zu tun."