Weil ihm der VfL Frohnlach keine Planungssicherheit bieten konnte, entschied sich der aktuelle Spielertrainer Marcel Burkard für einen Vereinswechsel im Sommer. Der 30-jährige Hoffnungsträger der "Blau-Weißen" wechselt dann von der Landesliga in die Kreisklasse Bamberg. Sein neuer Klub ist der ambitionierte FC Falke Röbersdorf.

Der Anfang vom Ende des VfL? Sicher nicht, denn die Existenzsorgen der Frohnlacher Fußballer sind schon seit dem Ausstieg des Hauptsponsors bekannt und treiben den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn. Die Firma Willi Schillig stellte Mitte 2020 ihr finanzielles Engagement komplett ein. Seit der Ankündigung von Klaus Schillig, gleichzeitig stellvertretender VfL-Vorsitzender, dass kein Geld mehr Richtung Klub fließen werde, schwebt das Damoklesschwert über dem Traditionsverein. Der VfL war jahrzehntelang das Aushängeschild der Fußballregion.

Damoklesschwert schwebt

Dennoch waren die Entscheidungsträger um Vorsitzenden Ulrich Kossack und vor allem dem Sportlichen Leiter Christian Tremel bis zuletzt optimistisch, dass Landesliga-Fußball in Frohnlach eine Zukunft hat. Die überraschende Personalie Burkard ist für sie jetzt aber mehr als nur ein personeller Rückschlag. Daraus macht Tremel kein Hehl: "Ich habe Verständnis für Marcel, aber unsere Situation wird dadurch natürlich noch einmal bedeutend schwieriger. Wir können niemandem derzeit Planungssicherheit geben, keinem Trainer, keinem Sponsor, keinem unserer Spieler und auch keinem möglichen Neuzugang. Ich weiß auch nicht, wie es im Sommer bei uns aussieht und wie es weitergeht." Der Trainer hatte in einer Videobotschaft seinen Spielern mitgeteilt, dass er im Sommer nicht mehr zur Verfügung steht.

Abschied per Videobotschaft

Daraufhin hätten sich bereits mehrere Akteure gemeldet und ihre große Enttäuschung zum Ausdruck gebracht.

"Was jetzt noch getroffene Zusagen wert sind, muss man sehen. Aber wie gesagt, ich kann ja keinem Planungssicherheit geben", räumt Tremel zum wiederholten Mal ein. Klar ist bereits länger, dass mehrere Spieler den Klub verlassen werden, darunter unter anderem die Leistungsträger Dominik Schmidt, Dominic Lauterbach, Tayfun Özdemir oder auch Aykut Civelek. Und jetzt eben auch noch Marcel Burkard.

Schwierige Sponsorensuche

Nicht nur die Corona-Situation, sondern vor allem auch die langjährige Abhängigkeit von einem Großsponsor würde die Lage so verzwickt machen: "Wir bekommen kaum neue Sponsoren, schon gar nicht in der aktuellen Phase der Pandemie." Tremel redet nicht um den heißen Brei: "Wenn es so ist, dass wir im Sommer keine landesligataugliche Truppe mehr auf die Beine stellen können, dann bleibt uns eben nur der Rückzug."

Ob es dann in einer niedrigeren Spielklasse mit dem VfL Frohnlach weitergeht, sei ebenfalls zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Es besteht derzeit eine Spielgemeinschaft mit dem TBVfL Neustadt/Wildenheid - zumindest ein kleiner Hoffnungsstreif am Horizont.

Von der Landesliga in Kreisklasse

Für den in Herrnsdorf wohnenden Burkard war vor allem auch der kurze Weg ein Argument für seinen Wechsel. Die Röbersdorfer wollen mit ihrem künftigen Trainer endlich in die Kreisliga aufsteigen. Derzeit liegen sie in der Kreisklasse auf Platz 4, allerdings ist der Abstand zu den Spitzenteams bereits zu groß. Burkard, der selbst als defensiver Mittelfeldspieler oder als Innenverteidiger für viel Stabilität in der Frohnlacher Mannschaft sorgte und maßgeblichen Anteil daran hat, dass die "Blau-Weißen" sportlich wieder Füße unter den Boden bekamen und in der Tabelle wieder gute Chancen auf einen Mittelfeldplatz haben, will sein Engagement in Frohnlach auf jeden Fall ordentlich zu Ende bringen:

Großen Anteil am Aufschwung

Sollte die Punktrunde fortgesetzt werden, dann will er auf jeden Fall mit seiner Mannschaft die Sache in Frohnlach durchziehen. Was seine Entscheidung letztlich aber für den VfL Frohnlach bedeutet und welche Auswirkungen sie vor allem auf die ohnehin schon äußerst schwierige Kaderplanung 2021/22 hat, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Die Frohnlacher waren bis jetzt optimistisch, dass sie mit ihrem Spielertrainer weitermachen können und um den 30-Jährigen eine schlagkräftige Truppe formen. Burkard hatte erst vor kurzem mehrere Spieler von einem Engagement in Frohnlach überzeugen können, unter andere auch seinen Bruder. Nicht nur Tremel deutete dies als Vertrauensbeweis und eine Basis für eine gemeinsame Zukunft.