Ein spitzer Schrei hallt durch die leeren Räume der Gaststätte "Zur Wildeiche". Dabei hat der Arbeitstag für die Putzfrau doch ganz normal angefangen: Kurz fegen, die Stühle von den Tischen nehmen und dann die Toiletten säubern. Auf der Damentoilette entdeckt sie jedoch etwas, was sie zutiefst erschüttert. "Auf'm Klo" liegt eine Frauenleiche - und daneben noch das blutige Küchenmesser! Kriminalhauptkommissar Albert Decker und Kriminaloberkommissarin Elisabeth Moll rücken sofort mit Verstärkung von Polizei und Spurensicherung an. Schnell wird ihnen klar: Die Frau ist sicher nicht ins Messer gefallen, sondern wurde eiskalt ermordet.

Im diesjährigen Stück "Der Duft des Mordes" der Theatergruppe der Staatlichen Realschule Neustadt muss Albert Decker eine feine Spürnase bei der Suche nach dem Mörder von Ricarda Sehnder beweisen. Schließlich kommen mit dem Personal der Gaststätte und den Gästen des vorherigen Abends zehn Personen für das Verbrechen infrage. Und sie alle verhalten sich verdächtig. Da wären zum Beispiel Wirtin Cornelia Schatz und Koch Moritz Kelle, die beide vor dem Eintreffen der Ermittler den Griff des Messers abwischten, damit sie selbst nicht ins Fadenkreuz geraten. Laut ihrer Aussage eine Verzweiflungstat, weil sie unschuldig sind - für den Kriminalhauptkommissar könnten die beiden aber auch unter einer Decke stecken, denn schließlich haben Koch und Wirtin schon seit längerem eine heimliche Affäre.
Aber würden die beiden auch töten, damit ihr Techtelmechtel ein Geheimnis bleibt?
Direkt hinter Wirtin und Koch reiht sich Jörn Lebermann in die Liste der Verdächtigen ein. Schließlich hatte er mit Ricarda Sehnder am Abend ihrer Ermordung ein Blind Date, bei dem die später Getötete offenkundig Desinteresse an einer Beziehung zu ihm aussprach. Zückte er aus Kränkung das Küchenmesser? Oder waren es doch die Frauen am Nebentisch, die auffällig oft zu Jörn Lebermann und Ricarda Sehnder sahen und dabei verschwörerisch tuschelten? Auch bei der Durchsuchung von Ricarda Sehnders Wohnung wird Albert Decker stutzig, denn die Ermordete hatte wohl nicht nur eine Vorliebe für teure Möbel, sondern verschiedenste Utensilien, um sich zu verkleiden. Und als wäre es nicht schon schwer genug, all den verschiedenen Spuren nachzugehen, kommen der Vorgesetzte mitsamt seiner Geliebten und die eigene Ehefrau an den Tatort, um ihm auf die Finger zu schauen.

Am Ende ernteten die Schüler für ihre Darstellung mit Witz und Liebe zum Detail tosenden Applaus der Zuschauer. Die Inszenierung des Stücks sei für die jungen Schauspieler eine große Herausforderung gewesen, wie Theaterleiterin Marion Meßbacher verrät. "Als wir uns nach einer Leseprobe für das Stück entschieden haben, war uns noch nicht klar, dass das Stück so textintensiv ist", erklärt sie. Deshalb habe sie Änderungen vornehmen müssen: "Wir haben uns dazu entschieden, den Hauptkommissar Decker mit drei Schülern zu besetzen, denn für einen allein wäre das Auswendiglernen unmöglich gewesen." Schulleiterin Sabine Hoffrichter lobte die Schüler für ihre herausragende Leistung, aber betonte auch das außerordentliche Engagement von Marion Meßbacher: "Sie war das ganze Jahr über mit viel Geduld, Ausdauer und Herzblut bei der Sache."