Vergünstigungen für vollständig Geimpfte! Seit es die Ankündigung dazu gab, wollen sich immer mehr Menschen impfen lassen. "Im Impfzentrum Coburg haben sich seit vergangener Woche rund 500 Menschen neu registriert - hauptsächlich aus den Priogruppen 2 und 3", teilt Corinna Rösler , Pressesprecherin am Landratsamt Coburg mit. Die angebotenen Termine sind schnell vergriffen. Daraus lasse sich die erhöhte Nachfrage ableiten.

Insgesamt sind im Impfzentrum bisher 38170 Menschen geimpft worden. Das sind weit weniger als möglich wären, denn es fehlt an Impfstoff. Die von der Regierung vorgegebene Sollkapazität des Impfzentrums Coburg mit seinen Außenstationen und den Mobilteams liegt pro Tag bei 600 Impfungen, somit bei 4200 pro Woche. "Wir hätten die Kapazitäten, können sie jedoch nicht ausschöpfen", heißt es aus dem Impfzentrum. Seit Bestehen des Impfzentrums wären mehr Impfungen möglich als Impfstoff zur Verfügung gestellt wird. "Sofern Impfstoff geliefert wird, ist eine Steigerung der Impfzahlen problemlos möglich", teilt Corinna Rösler mit.

Wer entscheidet wie viel Impfstoff ausgeliefert wird?

"Grundsätzlich orientieren sich die regelmäßigen Impflieferungen an die Impfzentren am Bevölkerungsschlüssel der kreisfreien Städte und Landkreise. Marginale Abweichungen ergaben sich über den gesamten Zeitraum beispielsweise als wegen der bekannten Lieferengpässe der Firmen Anfang des Jahres zum Teil nur der angemeldete Bedarf für Zweitimpfungen bedient werden konnte, oder auch aufgrund der jeweiligen Gebindegrößen", erklärt die Pressesprecherin der Regierung von Oberfranken auf Anfrage. Denn die Impfstoffe der Firmen AstraZeneca und Moderna könnten jeweils nur in Gebinden zu 100 Impfdosen an die Impfzentren verteilt werden.

Zusätzliche Impfkontingente

Daneben wurden aufgrund des sehr dynamischen Pandemiegeschehens in den vergangenen Monaten verschiedene Sonderbedarfe berücksichtigt, die jeweils zu Mehrlieferungen führten. So haben zu Beginn der Impfungen im Januar Krankenhäuser der Versorgungsstufen II und III zusätzliche Lieferungen erhalten, insgesamt für Oberfranken weitere 4000 Impfdosen.

Wegen der damals regional sehr hohen 7-Tages-Inzidenz, gerade in den Nachbarregionen zu Tschechien, haben zudem einzelne Landkreise und kreisfreie Städte neben den Regelzuweisungen Sonderkontingente von Impfdosen erhalten. Damit sollte das Risiko einer Ausbreitung des Corona-Virus auf die benachbarten Kreisverwaltungsbezirke minimiert werden. "Diese Sonderzuweisungen gingen nicht zu Lasten der übrigen Impfzentren. Es handelte sich also um zusätzliche Lieferungen, die über die normalen Regellieferungen hinausgingen", heißt es in einem Schreiben der Regierung von Oberfranken. Dies betraf im Zeitraum März/April 2021 die Impfzentren Bayreuth/Pegnitz, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Wunsiedel. Insgesamt bekam Oberfranken in diesem Zeitraum 22218 Impfdosen zusätzlich, aufgeteilt über mehrere Wochen in unterschiedlicher Verteilung.

Auch die von der Bundeswehr unterstützte Impfstraße des Impfzentrums Hof erhält derzeit zusätzlichen Impfstoff. Des Weiteren konnten alle Impfzentren vor dem Wechsel der Impfstrategie mit dem Übergang in die Regelversorgung (Impfung durch Hausärzte) Anfang April 2021 zusätzlich Impfdosen der Firma Astra Zeneca bestellen. Diese Bedarfsanmeldungen der Impfzentren waren geprägt von den regional unterschiedlichen Inzidenzwerten und der entsprechend erwarteten Impfbereitschaft in der Bevölkerung. Es handelte sich hierbei um insgesamt 11000 Impfdosen für Oberfranken.

Wie steht es um die Impfmoral in Coburg? Sind am Ende des Tages Dosen übrig? Was passiert damit? Und: Erscheinen die angemeldeten Bürger zu ihren Terminen? - Fragen, die Corinna Rösler klar beantworten kann. Impfdosen, die nicht verimpft werden - ob wegen drohenden Zeitverfalls oder der Impfbarkeit des Impfwilligen - werden kurzfristig durch eine Telefonhotline weitervergeben.

Jede Dose wird verimpft

"Erstimpftermine werden relativ zuverlässig eingehalten. Bei anstehenden Zweitimpfungsterminen gibt es immer häufiger Verschiebungswünsche", sagt die Presseprecherin. Hier gelte jedoch, dass mit der Annahme des Ersttermins auch der Zweittermin akzeptiert wird und entsprechend einzuhalten sei. Verlegungen seien nur bei belegbar schwerwiegendem Grund möglich.

Wer nach 30 Minuten noch nicht zu seinem Impftermin erschienen ist, wird telefonisch kontaktiert. Entweder der Termin wird dann am gleichen Tag nach hinten geschoben oder , wenn das nicht möglich ist, an einen anderen Interessenten über die Hotline weitergegeben.

Die Zahlen richtig einordnen

Vorweg Diese Zahlen ermöglichen eine Einordnung, was die Regierung Oberfranken mit den Zusatzlieferungen an Impfstoff ermöglichen wollte - mehr Schutz in besonders betroffenen Regionen und eine Eindämmmung der Pandemie. Doch man muss sie erläutern, um sie zu verstehen: Sie stellen stellen keine absoluten Werte da. Zudem impfen seit drei Wochen auch Hausärzte, die in dieser Übersicht nicht berücksichtigt sind.

Wir haben die Zahl der Impfdosen pro Impfzentrum, ohne die Verteilung auf Erst- und Zweitimpfung zu berücksichtigen, der Bevölkerungszahl gegenüber gestellt. Die Verteilung von Erst- und Zweitimpfungen dürfte in allen Regionen aber ähnlich sein. Daraus ergibt sich folgende Reihenfolge:

Bevölkerung Impfung Quote

Hof 140 626 59 560 42,4

KC 66 743 27 486 41,2

Lif 66 776 26 877 40,2

Wun 72 655 27 750 38,2

Ku 71 566 27 165 38,0

BT 178 447 63 291 35,5

Co 127 819 38 170 29,9

Fo 116 203 34 378 29,6

Ba 224 536 63 160 28,1

Ges 1 065 371 367 837 34,5

Live-Talk zu Corona und die Folgen

Veranstaltung Welche Lehren ziehen wir aus der Corona-Pandemie? Mit dieser Frage befasst sich der Live-Talk "Impfen und dann?" der Hochschule Coburg am Donnerstag, 6. Mai, um 18.30 Uhr. Dabei geht es in erster Linie um die Schlussfolgerungen im Bereich der Gesundheitsförderung und der Prävention, aber auch um die Pflegeberufe und unser Sozialsystem.

Übertragung Wer dabei sein will, kommt am 6. Mai um 18:30 Uhr über www.hs-coburg.de/talk in den Talk, der auf Youtube übertragen wird.