Die Stadträte Maximilian Forkel und Kurt Knoch (CSU/JC) hatten beantragt, dass der Coburger Stadtrat - und zwar immer dann, wenn der Corona-Inzidenzwert über 150 liegt - nur noch in hybrider Form tagt. Sprich: Ein Teil der Stadträte nimmt an der Sitzung im Kongresshaus teil, der andere Teil nimmt an der Sitzung per Video-Schalte (beispielsweise von zu Hause aus) teil.

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) ließ am Donnerstag durchblicken, diesen Antrag durchaus für unterstützenswert zu halten. Aber: Zum jetzigen Zeitpunkt könne leider noch nicht verbindlich gesagt werden, ob "Hybrid-Stadtratssitzungen" auch tatsächlich rechtskonform sind. Es sei "sehr bedauerlich", dass es vom bayerischen Innenministerium noch immer keine Anwendungshinweise zu diesem Thema gebe.

Doch sobald diese Anwendungshinweise zur rechtlichen Einordnung von Hybridsitzungen vorliegen, könnte sich Sauerteig folgende Vorgehensweise vorstellen, vielleicht ja schon im Mai: Der Coburger Stadtrat kommt zusammen und entscheidet in einer kurzen Präsenssitzung, dass künftig auch Hybridsitzungen getagt werden darf - nach einer kurzen Pause, in der sich ein Teil der Stadträte aus dem Kongresshaus verabschiedet, wird dann die Sitzung in eben jener Hybridform fortgesetzt. "Das könnte ich mir als Weg vorstellen", so Sauerteig.

Antragsteller Maximilian Forkel dankte dem OB für diesen "sehr guten Kompromissvorschlag". Der eigentliche CSU/JC-Antrag konnte deshalb auch zurückgezogen werden.