Meisterfeier in Corona-Zeiten: Von Vertretern der Handball-Bundesliga (HBL) hat der HSC 2000 Coburg die Meisterschale für den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga entgegengenommen. Die Feier fand im Rathaussaal statt.

Anwesend waren aufgrund der Corona-Pandemie nur einige wenige Vertreter des Klubs sowie Repräsentanten der Stadt Coburg und der HBL. Auf eine Feier mit den Fans mussten die Sportler in diesem Jahr verzichten.

Sport als wichtiger gesellschaftlicher Faktor

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) gratulierte zum Titelgewinn. "Sport ist ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor ", sagte Sauerteig. So vermittele der Sport zum Beispiel Werte wie Fairness und Toleranz, fördere den Austausch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und trage zu einem gesunden Lebensstil bei. Coburg sei eine Sportstadt. Rund 16 500 Mitglieder gebe es in den hiesigen Sportvereinen.

"Der HSC leistet einen starken Beitrag für die Sportstadt Coburg", sagte der Oberbürgermeister. Er würdigte die Leistung der Coburger Handballer in der vergangenen Saison. Vor dem Abbruch führten diese mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an. In zwölf Heimspielen gingen sie zwölfmal als Sieger hervor.

In der kommenden Saison könne man sich nun "auf Handballerlebnisse der höchsten Güte" und Gegner aus der gesamten Bundesrepublik freuen. Der Leistungssport sei auch Werbung für die Stadt Coburg.

Meisterschaft "absolut verdient"

HBL-Präsident Uwe Schwenker war zur Übergabe der Schale nach Coburg gekommen. Er gratulierte dem HSC zu einer "absolut verdienten Meisterschaft" und dem Aufstieg in die erste Liga. Der Abbruch der Saison sei niemandem leicht gefallen. Dennoch bezeichnete Schwenker ihn als alternativlos. Der Handball sei einfach stark von den Einnahmen rund um die Spiele abhängig, anders als beispielsweise der Fußball, wo auch TV-Gelder eine Rolle spielten.

Nach etwa 80 Prozent der zu absolvierenden Spiele sei die Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen worden, berichtete Schwenker. Noch einmal betonte er, dass die Meisterschaft des HSC ungeachtet des Abbruchs "völlig verdient" sei. "Es war eine souveräne Saison, die der HSC Coburg gespielt hat. Herzlichen Glückwunsch."

Nicht nur die Meisterschale wurde übergeben. HSC-Spieler Florian Billek wurde als Torschützenkönig ausgezeichnet. Jan Gorr, der ab Juli den Posten des Geschäftsführers übernimmt, erhielt die Auszeichnung "Trainer des Jahres".

Meisterfeier 2016 mit Fans

Gorr erinnerte in seiner Ansprache an die Meisterfeier 2016. Der Rathausplatz sei voller schwarz-gelb gekleideter Fans gewesen und einige der städtischen Brunnen seien kurzerhand zu Pools umfunktioniert worden. Für die aktuelle Situation habe man einen tollen Rahmen gefunden. Dennoch fehle das, was den Sport ausmache. Die Fans, die Emotionen, die Dämme, die bei einem Titelgewinn brechen.

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Jede Woche habe mit der HBL eine Telefonkonferenz stattgefunden, erinnerte Gorr an die zurückliegenden Wochen. Er lobte die Informationspolitik der HBL in einer für die Clubs schwierigen Zeit. Niemand habe gewusst, wie es mit der Saison weitergeht.

Am 21. April um 10.30 Uhr hätten die HSC-Verantwortlichen dann erfahren, dass die Saison abgebrochen wird und der Verein Meister ist. Am Abend habe eine kurze spontane Feier mit den Spielern via Bildschirm stattgefunden, so Gorr. "Dann haben wir auf den Moment gewartet, bis wir mit den Fans feiern können. Der ist bis heute nicht da. Wir warten immer noch auf den Tag, an dem alles wieder gut wird."