Es war wie immer in den letzten Jahren: Ohne Zählbares musste der HSC 2000 Coburg die Heimreise vom HSC Bad Neustadt antreten. Wie immer war die Mannschaft nah dran. Wie immer blieben die Punkte beim Gastgeber.
Das lag besonders am Angriffsverhalten, denn in der Abwehr stand der HSC Coburg - wie immer - gewohnt sicher. Nur "Spung-Gigant" Gary Hines, der bei seinen Würfen oft am Rande eines Stürmerfouls waren, brachte Coburgs Abwehr nicht unter Kontrolle - er warf sieben Tore.

Zu viele Fahrkarten geworfen

Vorne warf Coburg zu viele Fahrkarten und hatte auch nicht das nötige Glück. Abpraller landeten fast ausnahmslos bei den Saalestädtern. Gleich fünfmal rettete Aluminium für die Neustadter. Doch zwischen diesem Aluminiumgehäuse stand auch der, der den Ausschlag gab: Ein bärenstarker Torwart Rostislav Badura. Er war noch einen Tick besser als Coburgs Oliver Krechel. Letztlich scheiterte der HSC 2000 vor allem an ihm.

Nächste Woche Pause

Nächste Woche pausiert die Liga, mit zwei Nachholspielen am 1. November wird allerdings die Tabelle begradigt. Coburg's Trainer Jan Gorr weilt da aber längst beim Nationalteam, das am gleichen Tag auf Schweden trifft, danach warten Ägypten und Polen im Rahmen des Supercups, ehe Gorr seine Coburger dann erst auf das Heimspiel gegen Zweibrücken am 9. November vorbereiten kann.

HSC Bad Neustadt gegen HSC 2000 Coburg 22:20 (12:11)

Als die Fans der Westkurve mit "Wir woll'n den Derbysieg" in die Halle einzogen, hatte man den Eindruck, der Fasching hat schon begonnen. Gekleidet als Bauarbeiter, Rock-Musiker mit Langhaarperücke, im Morgenmantel - das sorgte für erstaunte Bad Neustadter Gesichter.

Statt der fast üblichen Papierschnipsel hatten sie sich zudem etwas Besonderes einfallen lassen: Seifenblasen statt Papier war das Motto. Trotzdem kam sicherheitshalber die eigene HSC-Security hinterher. Die Begründung: "Wir wissen wie wir die Jungs sind". Nachdem die Tornetze noch einmal mit Kabelbindern geflickt waren und Jan Gorr Entwarnung für den erkältungsgeplagten Philipp Barsties gab, ging's endlich los: Und wie: Gleich der erste Wurf von Barsties landete genau im rechten Tordreieck.

Langes Warten auf die nächsten Coburger Treffer


Danach musste der Coburger Anhang zehn Minuten warten. Rosislav Badura und Aluminium verhinderten hinter einer von Franziskus Gerr glänzend organisierten Abwehr weitere Coburger Tore. Selbst beste Chancen wurden nicht verwertet. Nach nicht einmal neun Minuten (1:5) reagierte Gorr mit einer Auszeit. Zu riskant war oftmals das Anspiel an den Kreis, wo Dominic Kelm gut abgeschirmt war, nicht selten aber auch mit illegalen Mitteln wie Trikotbremse oder Festhalten wurde Kelm neutralisiert.

Als Sebastian Roth nach 19 Minuten auf dem Weg zum 7:7-Ausgleich war, pfiffen die Schiedsrichter wegen Schritten ab, der Konter brachte das 9:7 für die Saalestädter. Deren Abwehrchef Margots Valkovis saß da bereits zum zweiten Mal auf der Strafbank, trotzdem war Gorr mit den Pfiffen der Unparteiischen alles andere als zufrieden. Als Coßbau im Wurf geschoben wurde, beschwerte sich Gorr lautstark: "Eh, das war das zweite Mal schon", rief der verärgerte Coach, der sich später wegen Reklamierens die gelbe Karte abholte. Er lief aufs Spielfeld, verließ fast seine Coachingzone und reckte zur Unterstützung seiner Aussage Daumen und Zeigefinger in die Höhe.

Auch bei seinen Spielern lief es an diesem Tag nie rund. Immer wieder fabrizierte sie unnötige Fehler. Auch die Gastgeber warfen einige Bälle übers Tor, so dass beim Wechsel (12:11) noch alles offen war. HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel zeigte sich da noch optimistisch: "Wenn wir sie öfters ins Positionsspiel zwingen, dann glaube ich, dass wir das Spiel auch gewinnen."

Insgesamt scheiterten die Coburger allerdings bei vier Konterversuchen. Auch deswegen lief der HSC nach 40 Minuten einem 12:15 hinterher. Ein Zeitpunkt, zu dem Kelm mit einem Krampf nach dem 13. Coburger Treffer liegen blieb. Mehrmals bot sich bis zur 45. Minute für die Coburger die Chance zum Ausgleich, aber der fiel vorerst nicht. Auch Ronny Göhl nicht: Er eroberte in doppelter Coburger Überzahl den Ball, scheiterte dann aber frei vor Badura. Wenig später nutzte der Kapitän aber seine zweite Chance - nach 47 Minuten hieß es endlich Unentschieden: 16:16.

Aber die Gastgeber hatten in der Schlussphase mehr zuzusetzen, sie setzten sich jetzt ab. Achteinhalb Minuten vor dem Abpfiff hatte Vitek noch einmal die Riesenmöglichkeit zum 18:18, knallte den Ball aber freistehend an die Latte - und wieder war Bad Neustadt auf zwei Tore weg. Das war zu viel.


HSC Bad Neustadt - HSC 2000 Coburg 22:20 (12:11)


HSC Bad Neustadt: Badura / Tatzel / Thomas - Panfil, Valkovskis (1), Kern, Schmitt (1), Wolf, Hines (7), Feuchtmann (3), Djuricin (3), Wicklein (3/1), Bley, Gerr, Leskovec (4).
Zeitstrafen: 6. - Siebenmeter: 2/1.

HSC 2000 Coburg: Krechel / Martinsen - Barsties (1), Göhl (3/2), Andersson, Franke, Kelm (3), Kirchner (1), Vitek (3), Riha, Coßbau (1), Drude (1), Riehn (4), Roth (3).
Zeitstrafen: 4. - Siebenmeter: 2/2.

SR: Matthias Rupp / Roland Tschirley (beide Weinstadt).