Die Biennale in Venedig gilt als die Weltausstellung der Architektur. Vom 22. Mai bis 21. November 2021 präsentiert sich auch die Hochschule Coburg mit einer eigenen Ausstellung zum Thema "Heritage Design".

Anfang Mai reisten Studierende aus dem Bachelorstudiengang Architektur und den Masterstudiengängen Design sowie Denkmalpflege für einige Tage in die Lagunenstadt. Sie bauten ihre Ausstellung im Venezianischen Palazzo Mora auf. Prof. Markus Schlempp, Studiengangsleiter im Master Design mit dem Schwerpunkt Heritage Design, hat dieses Projekt betreut: "Es ist ein stimmungsvoller Raum entstanden, der auf abstrakte Weise den ländlichen Raum in der Region Oberfranken assoziiert."

Das bauliche Erbe

Unter "Heritage Design" versteht man die Gestaltung unseres baulichen Erbes, also die nachhaltige Entwicklung und Gestaltung der bestehenden Bausubstanz. "Durch die Corona-Krise ziehen viele Familien aus Großstädten wieder verstärkt in ländliche Regionen", sagt Schlempp. Dadurch würden immer mehr gleichförmige Einfamilienhaussiedlungen ohne Bezug zum Ort entstehen. Die Hochschule Coburg wolle mit neuen Ideen und Konzepten diesem Trend entgegenwirken.

Die alte Schäferei in Ahorn als Exponat

Die Ausstellung in Venedig zeigt die Kulturlandschaft der Region Oberfranken, abstrakt und in neuer Anordnung arrangiert. Beispielhaft für die Lehre an der Fakultät Design werden zwei Projekte präsentiert. Zum einen ist es das historische Scheunenviertel in Gräfenberg, einer Ansammlung von Fachwerkscheunen, die überwiegend in der Wiederaufbauphase nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden waren.

Die Ausstellung der Coburger Studenten komplett und stimmungsvoll beleuchtet
Hochschule Coburg

Das andere Projekt zeigt eine Weiterentwicklung der alten Schäferei in Ahorn. Dort waren bis in die 1930er Jahre jeden Winter circa 500 Schafe untergebracht. Nach der Aufgabe der Schäferei verfielen die Gebäude bis in die 1970er Jahre. Der Förderverein "Gerätemuseum des Coburger Landes e.V." fasste 1973 den Entschluss, die alte Schäferei als Repräsentationsort herzurichten und hier das Gerätemuseum des Coburger Landes zu etablieren. Der Sammlungsbestand umfasst mittlerweile rund 60000 Objekte und bildet damit die bedeutendste volkskundliche Sammlung für das ehemalige Herzogtum Coburg.

Mit Studierenden des Bachelor-Studiengangs Architektur und der Masterstudiengänge Design und Denkmalpflege wurden Konzepte erarbeitet, die Sammlung neu zu ordnen und um einen Bereich zu erweitern, ohne das historische Ensemble zu sehr zu beeinträchtigen.

Studierende des Bachelorstudiengangs Innenarchitektur haben die Beleuchtung der stimmungsvollen, abstrakten Landschaft entwickelt.

Reinschauen!

Übrigens: Die Eröffnung der Biennale ist online am 20. und 21. Mai mitzuerleben auf https://ecc-italy.eu/exhibitions/upcoming .red