Immer wieder gingen bei Gemeinde Meeder Anfragen bezüglich des Baus von Freiflächenphotovoltaikanlagen ein. Um hier klare Vorgaben zu schaffen und Interessenten schon im Vorfeld eines Antrags aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen eine solche Anlage installiert werden kann, erarbeitete das Umwelt- und Energiereferat einen Kriterienkatalog. Dieser wurde in der Gemeinderatssitzung offiziell einstimmig verabschiedet. Bürgermeister Bernd Höfer (CSU) war damit so zufrieden, dass er sagte, Meeder nehme damit eine Vorreiterrolle im Landkreis Coburg ein.

Dem Papier zufolge ist die Installation von Photovoltaikanlagen grundsätzlich auf allen Flächen im Gemeindegebiet möglich. Die Anlagen dürfen nicht größer als zehn Hektar sein und müssen sich in das Landschaftsbild einfügen. Die Gemeinde hat das letzte Wort, Stichwort Planungshoheit. Vor dem Bau sind grundsätzlich die Bürger nach ihrer Meinung zu fragen. Mindestens 50 Prozent müssen dem Vorhaben zustimmen. Auch behält sich die Gemeinde Meeder eine Beteiligung von 20 Prozent vor. Außerdem können sich Eigentümer, die ihre Grundstücke zur Verfügung stellen, mit bis zu 20 Prozent an der jeweiligen Photovoltaikanlage beteiligen. Diese Werte beziehen sich auf die erforderliche Eigenkapitalisierung, nicht auf die Fremdkapitalquote.

Der verabschiedet Kriterienkatalog gilt zunächst für die ersten 40 Megawatt Stromerzeugung. Danach erfolgt eine Evaluierung durch das Umwelt- und Energiereferat.

Christian Siebinger (SPD) betonte, dass durch den Kriterienkatalog der ländliche Raum in der Gemeinde geschützt werde. Ihm sei es wichtig, dass die Bürger wirtschaftlich an den Photovoltaikanlagen partizipieren können. Siebinger weiter: "Die Beteiligung der Gemeinde an solchen Projekten schafft auch Vertrauen bei den Bürgern." Phillip Welsch (FW) hob die sehr gute Zusammenarbeit aller Fraktionen hervor, die am Ende zu dem Kriterienkatalog geführt habe. Matthias Korn rief in Erinnerung, dass es das Ziel war, möglichen Betreibern Regelungen an die Hand zu geben, um nicht mit Anfragen überschwemmt zu werden. Korn weiter: "Jetzt können sich Interessenten mit den Vorgaben frühzeitig auseinandersetzen." Die Abstimmung erfolgte im siebenköpfigen Ausschuss für den Krisen- und Katastrophenfall, der zuvor, bei einer Gegenstimme, vom Gemeinderat offiziell etabliert worden war.

Gemeinderat in Kürze

Schienenlückenschluss Die Gemeinde Meeder tritt der von der Industrie- und Handelskammer Coburg avisieren Interessengemeinschaft zur Realisierung des Schienenlückenschlusses Coburg-Südthüringen bei. Das geschieht unter der Voraussetzung, dass in den Zielpunkt die "Attraktivitätssteigerung des umweltfreundlichen öffentlichen Personennahverkehrs" aufgenommen wird.

Feuerwehr Moggenbrunn Einstimmig wurde der Gründung einer Löschgruppe im Ortsteil Moggenbrunn als Teil der Feuerwehr Beuerfeld zugestimmt. Für den Fall, dass die Voraussetzungen zur Eigenständigkeit der Feuerwehr Moggenbrunn gegeben sind, wurde beschlossen, der Auflösung der Löschgruppe zuzustimmen.

Billigung Der Bebauungsplan "Biogasanlage und landwirtschaftlicher Betrieb Meeder" wurde genehmigt. Jetzt können die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen dazu abgeben.

Kläranlage Kösfeld Bürgermeister Bernd Höfer informierte, dass die Ausschreibungsverfahren abgeschlossen seien. Die Angebote befänden sich demnach im Rahmen dessen, was das Planungsbüro geschätzt habe.