Die Gemeinde hat einen Höchststand an Einwohnern erreicht und kann derzeit in den Ortsteilen Großheirath und Rossach keine neuen Bauplätze anbieten. Die Nachfrage ist ungebrochen, so dass der Gemeinderat sich nun mit der Suche nach neuen Bauplätzen beschäftigen musste.


Weiterbauen in Rossach

Angedacht ist, den Bereich "Mittelholz" in Rossach weiter zu bebauen. Bürgermeister Udo Siegel stellte einen Vorentwurf des Ingenieurbüros Koenig & Kühnel vor, wie weitere Baugrundstücke am Mittelholz untergebracht werden könnten. Mit den Grundstückseigentümern wurde bereits Kontakt aufgenommen, sie seien grundsätzlich verkaufsbereit. Geplant ist ein allgemeines Wohngebiet. Am nördlichen Rand des vorgesehen Bereichs sollen Mehrfamilienhäuser möglich sein. Das Gremium diskutierte ausführlich über verschiedenste Arten der Bebauung, von Einfamilienhäusern vor den Blocks bis hin zu Reihenhäusern. Man machte sich auch Gedanken, wie sich die Verkehrsströme der Anlieger entwickeln würden und wo überhaupt noch in der Gemeinde gebaut werden könnte. Bei einer Gegenstimme segnete das Gremium die Aufstellung eines Bebauungsplanes für diesen Bereich ab, wobei Mehrfamilienhäuser ausgeschlossen sein sollen.

Die gewachsene Einwohnerzahl wirkt auch bis in den Kindergarten fort. Der soll um eine Gruppe für die Kinderkrippe erweitert werden. Architekt Roland Schultheiß stellte eine erste Planung vor, wie der Platz im oberen Bereich des Kindergartens noch bis in die letzte Ecke sinnvoll genutzt werden könnte, und hatte auch gleich eine grobe Kostenschätzung zur Hand. Er rechnet mit reinen Baukosten in Höhe von 155 000 Euro, 45 000 Euro für technische Anlagen, 5000 Euro für die Außenanlagen und etwa 6000 Euro für Ausstattung. Er kommt auf rund 318 800 Euro gesamt und sagte, die Gemeinde könnte bei Ausschöpfung aller möglichen Fördertöpfe bis zu 90 Prozent Förderung erhoffen. Auf die Gemeinde könnte ein Anteil von rund 60 000 Euro zukommen und die Kirchengemeinde hätte einen Anteil von rund 9000 Euro zu stemmen.

Bürgermeister Udo Siegel sagte, die Gemeinde könne den Anteil der Kirche und die Trägerschaft übernehmen. In seinem Beschluss anerkannte der Gemeinderat den Bedarf von zwölf weiteren Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Die Gemeinde Großheirath wird die Baumaßnahme als Bauherr durchführen und die möglichen Zuwendungen beantragen.


Zuschuss gab es nicht

Die erhofften Förderungen für die Sanierung der Schulsportanlage aus dem Kommunalinvestitionsprogramm KIP-S sind nicht zustande gekommen. Die Regierung lehnte die Bewerbung ab mit der Begründung, es könnten mangels ausreichenden Fördervolumens nicht alle Bewerbungen zum Zuge kommen. Nun möchte die Gemeinde Großheirath die Möglichkeit der Förderung nach Artikel 10 FAG ergreifen. Der kommt aber nur dem schulischen Bedarf mit einer Quote von 50 Prozent zugute, und die förderfähigen Kosten müssen mindestens 100 000 Euro betragen.
Die Förderung würde also wesentlich geringer ausfallen, als ursprünglich gedacht. Die bisher geplanten Maßnahmen würden nach einer Kostenrechnung von Roland Schultheiß 439 586 Euro kosten. Nun muss erst mal geklärt werden, welche Posten davon als schulischer Bedarf anerkannt werden, bevor ein neuer Zuschussantrag gestartet wird.


Ohne Untersiemau

Nicht geklappt hat auch die erhoffte Förderung zur Erstellung eines Konzepts für den Ausbau von Feld- und Waldwegen durch das Amt für ländliche Entwicklung. Damit entfällt auch die interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Untersiemau, die ihrerseits bereits eine Flurbereinigung abgeschlossen hat.

Die Kosten in Höhe von 10 000 Euro für das Konzept müssen deshalb von der Gemeinde alleine getragen werden. Man war einverstanden, das Konzept dennoch weiterzuverfolgen.