Angebote für alle Altersstufen will Marcus Hamberger schaffen, wenn das zentral gelegene Gelände zwischen Schaumberger Straße (Eisdiele), Ortsdurchfahrt Bundesstraße 303 und Klosterkirche zum neuen Generationenpark "Am Klostergarten" umgestaltet wird. Um seine Ideen zu präsentieren und Anregungen und Wünsche der Bürger aufzunehmen hatte die Kommune den Garten- und Landschaftsarchitekten aus Weimar zur Gesprächsrunde in die Domäne eingeladen. Schon in der Planungsphase des aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschussten Projekts nutzten rund 50 Interessierte die Gelegenheit, im Zuge der Bürgerbeteiligung eigene Ideen und Vorstellungen zur Gestaltung und Ausstattung einzubringen.

Vorgesehen ist, das bislang nur teilweise genutzte 5000 Quadratmeter umfassende Areal (heute volkstümlich als Eisdielen-Spielplatz bezeichnet) einzubeziehen. Bürgermeister Michael Keilich stellte bauliche und finanzielle Aspekte heraus und wies darauf hin, dass die Regierung von Oberfranken ein Mitspracherecht für die seit einem Jahrzehnt in der Verwaltung verfolgten Umgestaltungsinteressen habe.

Erhaltenswerte Blickachsen

Nach einführender Projektvorstellung zeigte sich selbst das moderierende Gemeindeoberhaupt

überrascht und erfreut darüber, wie viele Gedanken der Bürger vom Planer aufgenommen wurden, so dass sie in den weiteren Planungsablauf einfließen können. Die zentrale Lage inmitten der Stammgemeinde gefällt dem Planer ebenso wie die unmittelbare Nähe zu historischen Bauwerken wie der Klosteranlage und und dem Domänenbereich. Anhand von historischen Postkarten und neuen Luftbildaufnahmen erläuterte Hamberger erhaltenswerte Blickachsen etwa über den kombinierten Fuß- und Radweg in Richtung Domäne oder entlang der sich verengenden Holzbrücke mit Blick über den Posthof auf die Klosterkirche.

Auf die Frage nach künftigen Gestaltungswünschen meldete sich Pfarrer Dirk Acksteiner als Erster zu Wort. Er hätte gerne einen umlaufenden, barrierefreien Fußweg bis zum Klosterensemble. Die Wegführung werde von den Kindergartenkindern "Klosterknirpse" und Kirchenbesuchern ebenso genutzt wie von touristischen Gästen Sonnefelds. Nicht gut findet der Pfarrer die Überquerung der Ortsstraße im Zuge der B 303 von und zu Domänenplatz und Veranstaltungshalle. Trotz der Umgehungsstraße bleibe der Straßenzug mit bis zu 8000 Fahrzeugen recht belastet, pflichtete Keilich ihm bei. Ebenso sei die Engstelle des Rad-und Fußweges im Bereich des Sparkassengebäudes nicht veränderbar.

Bauamtsleiter Stefan Dümmlein möchte, dass bestehende "Trampelpfade" erhalten bleiben. Dagegen sollten beide Holzbrücken zugunsten einer größeren zusammenhängenden Nutzfläche verschwinden und der pflegeaufwendige Bachlauf teilweise verrohrt werden.

Gemeinderat Michael Fischer wünschte den Einbau von Stufen im Wasserspielplatz. Helmut Wunder warnte vor Gefahren und unzureichender Wasserqualität. Dario Olivetti bemängelte die nicht mehr zeitgerechte Ausstattung des Kinderspielplatzes am Parkrand.

Es gibt bereits ein Spielplatzkonzept

Auf den Listen der Bürger standen mit Variationsmöglichkeiten unter anderem die Wünsche, die im Zuge von Vandalismus seit Jahren beschädigte Beleuchtung im Park wiederherzustellen, dunkle Ecken zu beseitigen, Sitzmöglichkeiten mit integrierten Tischen zu schaffen, das künstlerisch verschönerte "Hexenhäuschen" einzubeziehen oder überdachte Spielhäuser aufzustellen. Um dem Umweltgedanken gerecht zu werden, wurde vorgeschlagen, größere Grünflächen, Blumenbeete und einen Klosterkräutergarten anzulegen. Bei diesem Punkt fragte Keilich: "Wer übernimmt die Pflege?". Schön fänden einige Bürger auch den Aufbau eines Skulpturenparks, die Integration des gefahrlosen Wasserspielplatzes am Bachlauf und einen für Kinder ausgestatteten Spielplatz im Bürgerpark. Als jüngster Diskussionsteilnehmer entwickelte der fünfjährige Max Keilich eigene Vorstellungen über Neuerungen für den Nachwuchs. Jugendpfleger Björn de Rooij verwies auf das für den gesamten Gemeindebereich bestehende Spielplatzkonzept.

Der vom Planer abschließend vorgelegte Zeitplan sieht unter Einarbeitung der gewonnenen Bürgeranregungen bis Juni die Übergabe der Entwurfsplanung mit Kostenschätzung und Abstimmung finanzieller Fördermittel vor. Bis Oktober soll ein Leistungsverzeichnis mit anschließender Ausschreibung der Landschaftsbauarbeiten erstellt sein. Realisierung und Projektabschluss werden sich nach heutigem Stand bis Mitte/Ende 2021 hinziehen.