Ein Amt für Partys gibt's leider nicht, aber wenn eine Behörde weiß, worauf's bei einem Fest ankommt, dann ist es das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Gudrun Möckl ist Ernährungsexpertin bei der Behörde in Coburg. Gemeinsam mit Hauswirtschaftslehrerin Marianne Rebelein, gibt sie Tipps für ein gelungenes Fest.

"Vorspeise, Hauptspeise und was Süßes zum Abschluss gehören dazu", sagt Möckl. Rebelein nickt: "Egal, ob es eingedeckt und am Tisch serviert wird oder als Buffet - aber auch dort sollten die Gerichte nach diesen Bereichen getrennt aufgebaut werden."


Wenn's eher eine Party ist als eine feierliche Veranstaltung, gelten andere Regeln. Auch, wenn der Tag so heiß ist, dass niemand drei heiße, fettige Gänge in sich hineinschaufeln mag. Dann sind die Kleinigkeiten gefragt. Fingerfood werden die Snacks genannt, weil sie mit den Händen gefuttert werden können. "Die Bratwurst ist das beste Fingerfood", sagt Möckl.

Es muss aber nicht immer gegrillt werden. Rebelein erklärt, dass jeder Gemüse- oder Zwiebelkuchen gut in kleinen Stückchen gereicht werden kann - egal ob kalt, warm oder heiß. Sie empfiehlt außerdem ein paar salzige, ganz einfache Muffins: "richtig lecker und ganz leicht zu machen".

Für etwa 10 bis 15 Stück werden 200 g Magerquark, 5 EL Milch, 2 Eier und 80 ml Öl verrührt, dann werden 200 g Mehl, 2 TL Backpulver, 50 g geriebener Parmesan untergehoben und schließlich noch 500g fein gewürfelter Kochschinken und 1 gewürfelte rote Paprikaschote dazugegeben. Mit etwa ½ TL Salz, Pfeffer, 1½ TL Oregano oder Kräutern aus dem Garten abschmecken, Muffinblech gut ölen und den Teig ohne Papierförmchen darin backen bei 180 °C.

Nach 25 Minuten sind die Muffins fertig und können nun - je nach Geschmack - noch in Papierförmchen gesetzt werden. "Am besten reicht man dazu ein paar Dips", sagt Rebelein. "Oder einen fränkischen Gerupften".


Dekotipps:

Foto: Barbara Herbst
Ein Motto hilft, wenn’s darum geht, den Tisch festlich zu dekorieren. Beim Erdbeerfest der Familie Zösch aus Sand am Main zum Beispiel ergab sich das Farbschema rot-grün ganz automatisch.
 
Auf einer Etagere wurden alle Stilelemente auf dem Tisch vereint. Es geht aber auch einfacher. „Ordentliche Tischwäsche, Servietten, Porzellanteller und Besteck sollten aber schon sein“, sagt Ernährungsfachfrau Gudrun Möckl.

Kerzen, Lampions oder Fackeln vorbereiten, bevor’s dunkel wird. Und nicht übertreiben: „Keine riesigen Sträuße, eher schlanke Gefäße – man möchte ja auch sehen, mit wem man sich unterhält!“, sagt Möckl. Ihre Kollegin Marianne Rebelein rät, mit dem zu arbeiten, was der Garten hergibt und verrät eine Dekoidee des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:
Foto: Barbara Herbst


Etwa 7 – 8 Karotten um ein Longdrinkglas drapieren und mit einem Gummiband fixieren. Einen Holzkochlöffel zum Stabilisieren dazu stecken.

Die Spitzen der Karotten so ausrichten, dass das Gebinde relativ sicher stehen kann. Für einen festen Stand die unteren Spitzen der Karotten eventuell etwas abschneiden. Anschließend das Gummiband mit grünem Filzband verdecken. Das Glas mit Wasser füllen. „Dann noch etwas Petersilie, ein paar essbare Blüten wie Ringelblume, Löwenzahn, Zucchiniblüte oder wilde Kamille hineinstecken.“

Partyparagrafen

Frei nach dem „Beastie Boys“-Song  „You gotta fight for your right to party“ sollte man zwar für’s  Recht aufs Feier kämpfen – aber vielleicht nicht unbedingt vor Gericht. Lieber vorher ein paar Regeln beachten.  Angemeldet werden muss eine private Party nicht, und  kein Gesetz verbietet, mehrmals im Jahr draußen zu feiern.

Vor Gericht wurde in einigen Fällen  nicht mal bemängelt, dass mehr  als 20 Gäste eine Gartenparty feierten. Allerdings muss Musik fast überall ab 22 Uhr so leise sein, dass sie in nicht den Nachbarwohnungen stört. Also am besten die Nachbarn gleich miteinladen.

Wird gegrillt, sollten die  Nachbarn nicht eingeräuchert werden. Es gibt zwar keine allgemeine Regelung, wie oft gegrillt werden darf, auch nicht für Mietswohnungen mit Balkon oder Terrasse. Allerdings entschieden die Gerichte in Konfliktfällen, nicht immer zugunsten des Grillfreundes. Wer  Rücksicht nimmt, kommt nicht in die Gefahr, jedes Grillen 48 Stunden vorher anzumelden.
 

Die Bratwurst ist das beste Fingerfood.

Gudrun Möckl
Ernährungsexpertin