Aufgrund der Lage der Pandemie um Covid-19 und der Tatsache, dass der harte Lockdown bundesweit bis mindestens 31. Januar 2021 beschlossen ist, kann der Terminplan der deutschen Classic-Kegler Union (DCU) nicht mehr eingehalten werden. Deshalb wurde die Saison am Mittwochabend von der Bundesligakommision abgebrochen.

Davon betroffen ist auch der PSV Franken Neustadt, der im Oktober als Neuling vielversprechend in die Serie startete.

Das Team aus der bayerischen Puppenstadt gewann zum Auftakt das Prestigeduell bei Mitaufsteiger Morenden Bayreuth und schrammte anschließend mit einer bärenstarken Leistung in Kuhardt (5823 Holz) nur knapp an einer Sensation vorbei.

Nach wochenlangem Hin und Her herrscht nun aber Klarheit: Es finden in der Saison 2020/2021 keine Wettkämpfe in den DCU-Bundesligen mehr statt. Es erfolgt auch keine sportliche Wertung der begonnenen Saison, da nur zwei von 18 oder drei von 22 Spielwochen durchgeführt wurden. Die Auf- und Abstiegsregelung wird außer Kraft gesetzt. Das bedeutet, dass die Ligen für die Saison 2021/2022 nach dem Stand von 2020/21 - unter Berücksichtigung zurückgezogener Teams - neu eingeteilt werden müssen.

Die Bundesligakommission unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Sport Jörg Böckle bedauert diese Entwicklung und die nach langem Ringen um Lösungen nun zu treffende Entscheidung: "Die Bundesligakommission sah sich in den vergangenen Monaten erneut in einem Sitzungsmarathon, stets die Lage beleuchtend und neu bewertend", heißt es in einem Schreiben der Kommission an die Vereine.

Böckle: "Virus hat uns im Griff"

"Leider hat uns das Virus - wörtlich - komplett aus dem Spiel genommen. Wir hoffen inständig darauf, die Saison 2021/2022 wieder sinnvoll beginnen und auch durchspielen zu können. Alternative Wettbewerbe sind in Planung und werden zu gegebener Zeit nach Lage der jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften bekannt gegeben", verspricht Böckle in seinem Schreiben an die Vereine.

Jürgen Bieberbach, Sportlicher Leiter des PSV Franken Neustadt und Mannschaftskapitän des Erstliga-Teams, bedauert den Abbruch der Saison, denn die ersten drei Spieltage seien im Oktober unter Berücksichtigung sämtlicher hygienischen Maßnahmen reibungslos über die Bühne gegangen. Der Abbruch sei zwar schade, aber die Entscheidung der Bundesligakommission wäre absolut nachvollziehbar, denn: "Die willkürliche Diktatur der Politik mit ihren aus meiner Sicht permanent unangemessenen Maßnahmen lässt weder Spielraum noch Planungen für einen Trainings- geschweige denn geregelten Spielbetrieb in naher Zukunft zu." Der verärgerte Funktionär findet klare Worte und legt noch nach: "Ganz unabhängig vom Sportkegeln frage ich mich schon, wie lange wir als Bevölkerung uns das Szenario noch bieten lassen, denn nicht nur Wirtschaft und Bildung, auch dem Amateur- und Breitensport droht so der totale Kollaps."

Zukunft völlig offen

Wie es nun weitergeht, sei völlig unklar. Die lange Pause könnte - wie in anderen Mannschaftssportarten auch - dazu führen, dass vereinzelte Sportkegler abspringen oder sich gar ganze Klubs vom Spielbetrieb verabschieden. Vom "Todesstoß" gerade für die in den letzten Jahren nicht gerade auf Rosen gebetteten Sportkegler will Bieberbach zwar nicht reden, doch die Lage wird sich seiner Überzeugung nach in den nächsten Monaten weiter verschärfen. Gerade der DCU mit dem ursprünglichen Spielsystem über 200 Kugeln fehle der Nachwuchs. Die Basis bröckelt.

Mehrere Alternativen möglich

"Vielleicht gibt es ja dennoch die Möglichkeit, ab Mai oder Juni alternative Wettbewerbe, zum Beispiel einen Liga-Cup, auszutragen oder den DCU-Pokal vorzuziehen, damit die "Wartezeit" auf die neue Serie nicht zu lange dauert", schlägt Bieberbach vor. Der PSV Franken Neustadt hat entsprechende Ideen bereits an das entscheidende Gremium weitergegeben.