So manche neue Erkenntnis rund um die Landwirtschaft wird Katharina Schulze (Die Grünen) vom Gärtnerhof Callenberg mitnehmen. Zum Beispiel, dass eine Schafherde gegen Nacktschnecken Wunder wirken kann. Und wie sich eine junge Möhrenpflanze von Unkraut unterscheidet.

Im Einklang mit der Natur Landwirtschaft betreiben - das lebt Dietrich Pax. Das zeigt sich schon daran, wie der Betreiber des Biohofs über Unkraut spricht: Er nennt es Beikraut, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: "Nach ein paar Stunden jäten wird es dann doch zu Unkraut", sagt er und lacht.Von ökologischer Landwirtschaft ist er überzeugt. Auch was die Auflagen betrifft, die damit einher gehen: "Ich glaube, die Auflagen sind vom Prinzip her in Ordnung, auch wenn es manchmal im Bereich der Dokumentation lästig ist."

Die Kunden danken ihm den Aufwand, den er zusammen mit seinen mit seinem Team - insgesamt 18 Personen - betreibt. "Wenn ich konventionell arbeiten würde, bräuchte ich wahrscheinlich nur drei", sagt er. Auch um die Personalkosten zu decken, sind seine Preise naturgemäß höher: "Das geht, wenn man mit den Kunden die Preise ausmacht." Der direkte Kontakt sei hier ein großer Vorteil.


Schulze will kulturellen Wandel

Das Bewusstsein für die Qualität von Bio-Produkten sei rund um Coburg hoch. "Wir beliefern Familien von Bamberg bis Suhl und von Ebern bis Kronach", sagt Pax. "Das ist auch eine gute Größe für den Betrieb." Zu große Umfänge würden neue Probleme bedeuten, zum Beispiel wenn es darum geht, die sehr traditionelle Arbeitsweise weiterzuführen: "Wir haben eine relativ niedrige Mechanisierungsstufe", erklärt er. Das sei für ihn Teil seiner "enkeltauglichen Landwirtschaft". Und er geht noch weiter und hat die ganz große Lösung im Blick: "Mit dem heutigen ökologischen Anbau könnte man problemlos die Welt ernähren."

Katharina Schulze wünscht sich ein noch stärkeres Bewusstsein der Bevölkerung für hochwertiges Essen: "Wir brauchen einen kulturellen Wandel. In Frankreich ist die Wertschätzung für Lebensmittel viel höher. Man sieht ja, wie viel Arbeit hier in einem Möhrchen steckt."

Zumindest dann, wenn es nicht vorher versehentlich gejätet wird. Aber Dietrich Pax hatte rechtzeitig eingegriffen. Und die Sache mit den Schafen? Die zerstören die meisten Schnecken-Gelege, wenn sie mit ihren spitzen Hufen im Winter auf den Feldern unterwegs sind.