Mehr als 80 Jahren haben die beiden früheren Lagergebäude aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Stadtbild in Neuses geprägt. 60 Meter lang und 25 Meter hoch überragten die Kolosse die Bauwerke der Nachbarschaft. Eines der beiden Lager, ein sogenannter Reichstypenspeicher, wird nun dem Erdboden gleich gemacht. Der Baywa-Handelskonzern investiert auf seinem Firmengelände in Neuses rund zwei Millionen Euro. Darin ist der Rückbau des alten Lagergebäudes aber nicht enthalten.
Seit mehreren Wochen schon sind Bauarbeiter am Reichstypenspeicher auf dem Gelände der Baywa in Neuses im Einsatz. Zunächst wurde der Verputz heruntergeschlagen, so dass die nackten roten Ziegelsteine zum Vorschein kamen. Das Bauwerk besteht aus einem Fachwerk von massivem Stahlbeton, die Ausfachung erfolgte mit Ziegelmauerwerk. "Das Dach besteht aus einer Betonschale", erklärt die Konzern-Pressestelle der Baywa. Ebenso der Keller und die Bodenplatte. Entsprechend aufwendig sind die Abbrucharbeiten, die einen sechsstelligen Betrag ausmachen. Zum Einsatz kam schweres Gerät, eine Abbruchzange und Felsmeißel an den Auslegern der Baumaschinen. Mobile Betonwände, sandgefüllte Container und ein Vorhang aus schweren Gummimatten verminderten Gefahren durch herabstürzende Bauteile, Wasser verringerte die Staubentwicklung. Insgesamt werden etwa 15 000 Tonnen Bauschutt anfallen, der zum Teil zum Verfüllen der Keller benutzt wird.
Die äußerst massive Bauweise erklärt sich aus den Massen, für die der Speicher ausgelegt war: Zwei Bodenspeicher fassten je 1800 Tonnen und zwei Zellenspeicher je 3000 Tonnen Fülllast. 96 Fenster an jeder Seite sorgten für eine ausreichende Belüftung des gelagerten Getreides.
Der Reichstypenspeicher war aufgrund seiner baulichen Struktur für eine Nutzung durch das auf dem Gelände betriebene Baywa-Geschäft mit Baustoffen/Haustechnik, Technik und Energie völlig ungeeignet, so die Mitteilung des Unternehmens. Nötig seien leicht zugängliche Lager- und Verkaufseinrichtungen, um den Kundenansprüchen Rechnung tragen zu können. Gebäude über mehrere Geschosse könnten diese Anforderungen nicht erfüllen. "Folglich blieb der Reichstypenspeicher ungenutzt, blockierte aber einen großen Teil der dringend benötigten Betriebsfläche, um den Baywa-Standort weiterentwickeln zu können."
Durch den Abriss kann die Baywa die Bereiche Baustoffe und Technik erweitern. Damit sei die Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Baywa-Standort in Coburg geschaffen. Für die Baustoff-Sparte sind ein neues Bürogebäude plus Verkaufsraum sowie Lager für Haustechnik geplant. Danach folgt der Abriss des bestehenden Büro- und Verkaufsgebäudes, anstelle dessen Baustoffe gelagert werden. Die bisherige Halle für das Baustoff- und Haustechniksortiment (Baujahr 2003) bleibt bestehen, erhält aber eine überdachte Be- und Entladezone. Für den Technikbereich entsteht eine neue Ausstellungsfläche. Insgesamt hat der Baywa-Standort in Neuses eine Fläche von 31 000 Quadratmetern.
In den Jahren 1934/35 errichtete die Wehrmacht in Neuses an der Bahnstrecke nach Rodach für die Coburger Kaserne ein Heeresproviantlager, das unter anderem als Getreidespeicher zwei Reichstypenspeicher umfasste. Am 8. April 1945 wurde das Lager von einem SA-Oberscharführer angesichts der anrückenden US-amerikanischen Truppen in Brand gesetzt.
Die Speichergebäude der im Deutschen Reich gegen Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zeitgleich entstandenen Heeresverpflegungsämter wurden nach einheitlichen und typisierten Bauplänen erstellt, heißt es auf der Internetseite des Instituts für vergleichende Stadtgeschichte der Uni Münster. Die Bauplätze für die Verpflegungsanlagen des Heeres und für die Getreidespeicher des Reichsnährstandes, die der Versorgung der Bevölkerung dienten, wurden nach strategischen und logistischen Gesichtspunkten ausgesucht und festgelegt. Die Nähe zu Wasserwegen, Eisenbahnlinien und Verkehrsknotenpunkten bestimmte die Standortwahl. Die Wehrmacht baute somit zielgerichtet ihre eigene Infrastruktur auf.
Seit mehreren Wochen schon sind Bauarbeiter am Reichstypenspeicher auf dem Gelände der Baywa in Neuses im Einsatz. Zunächst wurde der Verputz heruntergeschlagen, so dass die nackten roten Ziegelsteine zum Vorschein kamen. Das Bauwerk besteht aus einem Fachwerk von massivem Stahlbeton, die Ausfachung erfolgte mit Ziegelmauerwerk. "Das Dach besteht aus einer Betonschale", erklärt die Konzern-Pressestelle der Baywa. Ebenso der Keller und die Bodenplatte. Entsprechend aufwendig sind die Abbrucharbeiten, die einen sechsstelligen Betrag ausmachen. Zum Einsatz kam schweres Gerät, eine Abbruchzange und Felsmeißel an den Auslegern der Baumaschinen. Mobile Betonwände, sandgefüllte Container und ein Vorhang aus schweren Gummimatten verminderten Gefahren durch herabstürzende Bauteile, Wasser verringerte die Staubentwicklung. Insgesamt werden etwa 15 000 Tonnen Bauschutt anfallen, der zum Teil zum Verfüllen der Keller benutzt wird.
Hohe Fülllast
Die äußerst massive Bauweise erklärt sich aus den Massen, für die der Speicher ausgelegt war: Zwei Bodenspeicher fassten je 1800 Tonnen und zwei Zellenspeicher je 3000 Tonnen Fülllast. 96 Fenster an jeder Seite sorgten für eine ausreichende Belüftung des gelagerten Getreides.Der Reichstypenspeicher war aufgrund seiner baulichen Struktur für eine Nutzung durch das auf dem Gelände betriebene Baywa-Geschäft mit Baustoffen/Haustechnik, Technik und Energie völlig ungeeignet, so die Mitteilung des Unternehmens. Nötig seien leicht zugängliche Lager- und Verkaufseinrichtungen, um den Kundenansprüchen Rechnung tragen zu können. Gebäude über mehrere Geschosse könnten diese Anforderungen nicht erfüllen. "Folglich blieb der Reichstypenspeicher ungenutzt, blockierte aber einen großen Teil der dringend benötigten Betriebsfläche, um den Baywa-Standort weiterentwickeln zu können."
Abriss macht Erweiterung möglich
Durch den Abriss kann die Baywa die Bereiche Baustoffe und Technik erweitern. Damit sei die Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Baywa-Standort in Coburg geschaffen. Für die Baustoff-Sparte sind ein neues Bürogebäude plus Verkaufsraum sowie Lager für Haustechnik geplant. Danach folgt der Abriss des bestehenden Büro- und Verkaufsgebäudes, anstelle dessen Baustoffe gelagert werden. Die bisherige Halle für das Baustoff- und Haustechniksortiment (Baujahr 2003) bleibt bestehen, erhält aber eine überdachte Be- und Entladezone. Für den Technikbereich entsteht eine neue Ausstellungsfläche. Insgesamt hat der Baywa-Standort in Neuses eine Fläche von 31 000 Quadratmetern.
Reichstypenspeicher
In den Jahren 1934/35 errichtete die Wehrmacht in Neuses an der Bahnstrecke nach Rodach für die Coburger Kaserne ein Heeresproviantlager, das unter anderem als Getreidespeicher zwei Reichstypenspeicher umfasste. Am 8. April 1945 wurde das Lager von einem SA-Oberscharführer angesichts der anrückenden US-amerikanischen Truppen in Brand gesetzt.Die Speichergebäude der im Deutschen Reich gegen Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zeitgleich entstandenen Heeresverpflegungsämter wurden nach einheitlichen und typisierten Bauplänen erstellt, heißt es auf der Internetseite des Instituts für vergleichende Stadtgeschichte der Uni Münster. Die Bauplätze für die Verpflegungsanlagen des Heeres und für die Getreidespeicher des Reichsnährstandes, die der Versorgung der Bevölkerung dienten, wurden nach strategischen und logistischen Gesichtspunkten ausgesucht und festgelegt. Die Nähe zu Wasserwegen, Eisenbahnlinien und Verkehrsknotenpunkten bestimmte die Standortwahl. Die Wehrmacht baute somit zielgerichtet ihre eigene Infrastruktur auf.