Abstand halten war wegen gesundheitlicher Auflagen angesagt, als sich die Gemeinderäte am Mittwoch Abend zur konstituierenden Sitzung zusammen fanden. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister, der der einstimmig gefasste Beschluss des neuen Gemeinderats vorausging. Er befürwortete die von Hauptamtsleiter Stephan Markus erläuterte Wahl der ehrenamtlich tätigen Zweiten und Dritten Bürgermeister.

Die SPD-Fraktion verzichtete auf einen Gegenkandidaten, sodass die Wiederwahl von Claus Höcherich in geheimer Wahl (mit 16 von 17 Stimmen) als "Vize" gesichert war. War die SPD vor sechs Jahren bei der Vertreterwahl leer ausgegangen, wurde jetzt Doris Völler für die Position der Dritter Bürgermeisterin nominiert und ebenfalls mit 16 von 17 Stimmen gewählt. Michael Fischer als Fraktionssprecher war über deren Wahl ebenso erfreut, wie den damit beschrittenen Weg zur Frauenquote unter den Stellvertretern.

Um den Anforderungen bei "besonderen Anlässen vor allem während der sommerlichen Veranstaltungsserie der Vereine in allen elf Gemeindeteilen" entsprechen zu können, wurden zu weiteren Stellvertretern des Bürgermeisters gewählt: Michael Knauer (Gestungshausen), Maik Friedrich (Sonnefeld) und Michael Fischer (Sonnefeld).

Neue Gemeinderäte vereidigt

Zu Beginn der Sitzung des Gemeinderats wurden die "sieben Neuen" für die sechsjährigen Amtszeit feierlich vereidigt. Die aktuell alles beherrschende Corona-Pandemie erzwang den Umzug des Gemeindeparlaments in die geräumige Veranstaltungshalle "Domäne". Statt bislang 20 sind infolge der Einwohnerentwicklung nur noch 16 (CSU 5, SPD 5, GUB 4, JU 2) gewählte Vertreter erstmals in vier (bisher drei) Fraktionen im Gemeindeparlament vertreten. Nach Verlagerung standesamtlicher Aufgaben in die Kreisstadt übernimmt Michael Keilich die Aufgaben eines Eheschließungs-Standesbeamten.

Der unangefochten im Amt bestätigte hauptamtliche Bürgermeister Michael Keilich schwor die Fraktionen auf absehbar bevorstehende schwierige Zeiten ein, in denen bei rückläufigen Finanzmitteln zeitnah weittragende Entscheidungen anstehen. Die wirtschaftliche Lage der örtlichen Industrie- und Handwerksbetriebe und damit zu erwartende sinkende Steuereinnahmen der Kommune haben bislang Aufstellung und Verabschiedung eines Haushaltsplans für das laufende Finanzjahr verhindert. "Mögliche Zahlen verändern sich fortlaufend in beide Richtungen", bewertete Keilich die Erkenntnisse der Verwaltung. Trotzdem muss Sonnefelds Kämmerer mehr als eine Million Euro zur Verfügung stellen, um die Trinkwasserleitung zwischen Hassenberg und Wörlsdorf vor dem anstehenden Ausbau der Kreisstraße CO 10 zukunftsfähig zu erneuern.

Noch ungewiss sei, ob überhaupt und wann die von den Einwohnern erwartete Freibadsaison beginnen könne.

Als generationsprägende Aufgaben des Gremiums skizzierte der Bürgermeister die Fortführung der städtebaulichen Entwicklung von Stammgemeinde und Ortsteilen, Sicherung der Wasserversorgung als Millionenprojekt sowie Forcierung der interkommunalen Zusammenarbeit auch über Landkreisgrenzen hinweg (für die weitere Kommunen Interesse signalisiert haben). Als ebenso bedeutsam verwies der Bürgermeister auf vertrauensvolles Zusammenstehen im vielfältigen Vereinsleben für das schon in absehbarer Zeit Lockerungen erwartet werden.

Mit den Worten "Ich denke, wir schaffen das auch in der Krisenzeit", gab er den Fraktionen im Gemeinderat für den schwierigen Start den Wunsch nach Kraft und Entscheidungsfreude mit auf den Weg. Zusammenarbeit über politische Interessen hinweg habe die erfolgreiche Arbeit im Gremium in den vergangenen Jahren geprägt, unterstrich Keilich. Gleichzeitig betonte er zum Start in die neue Legislaturperiode, dass Zusammenrücken und die Fortsetzung nach bewährtem Rezept zum Wohle aller Einwohner wichtig seien.

Vor der fahnengeschmückten Hallenwand nahm Keilich mit gebotenem Abstand die Vereidigung der neu ins Gremium gewählten Carola Fuhrmann (CSU), Linda Bär, Barbara Lauterbach (beide SPD), Norbert Heymann, Katrin Engel (beide GUB) sowie Maik Friedrich, Florian Angermüller (beide JU) vor.

Ausschüsse wurden gebildet

Zum zeitaufwändigsten Tagesordnungspunkt gestalteten sich Bildung und Besetzung der Ausschüsse (Haupt-, Finanz- und Personal; Bau und Umwelt; Kultur und Sport, Werk sowie Rechnungsprüfung) einschließlich Bestimmung ihrer Vorsitzenden. Stephan Markus erläuterte die Verteilung der Ausschusssitze ausführlich. Das Amt der Seniorenbeauftragten behält Christa Röder, die von Katrin Engel unterstützt wird. Als Jugendbeauftragte fungieren Linda Bär, Marco Langbein, Katrin Engel und Florian Angermüller. Außerdem wurden Verbandsräte bestellt, die nach Vorschlägen der Fraktionen den Bürgermeister in den Zweckverbänden Schulverband Mittelschule Sonnefeld, Schulverband Mitwitz und Abwasserzweckverband Steinachtal unterstützen bzw. vertreten sollen.

Als weiterer Tagesordnungspunkt der von drei (!) interessierten Bürgern als Zuhörer verfolgten öffentlichen Sitzung stand der (wegen anstehender Anpassungen im Zuge der vorgesehenen Einführung des Ratsinformationssystem verschobene) Erlass einer Geschäftsordnung auf der Agenda. Bis zur Neufassung gilt die im Gemeinderat am 14. Mai 2014 beschlossene Geschäftsordnung weiter.