Mit Kunst lässt sich Politik machen - Kirchenpolitik zumal. Das demonstrieren die Kunstsammlungen der Veste Coburg im nächsten Jahr. "Die Lust an der Lästerung" lautet das Motto einer großen Ausstellung, die sich dem Thema "Bildpolemik zur Zeit der Reformation widmet".

Damit reihen sich die Kunstsammlungen ein in den Kreis der Veranstalter, die sich im Rahmen der bis 2017 währenden Luther-Dekade mit Leben und Werk des Reformators befassen. Luthers Wirken und die Verbreitung seiner Gedanken und Ansichten aber lassen sich nicht trennen von der Macht der Bilder, die einst in der Zeit der Glaubenskämpfe eine wichtige Rolle spielten. "Die Kontrahenten damals haben sich nichts geschenkt", sagt jedenfalls Klaus Weschenfelder, Direktor der Coburger Kunstsammlungen.

Vor allem die Lutheraner hatten früh die Macht und Wirksamkeit von Bildern erkannt, um die Papisten zu kritisieren oder mit Spott und Polemik zu überhäufen.