Ummerstadt ist schon als Mitglied gelistet, Seßlach, Untermerzbach und Ebern wurden gerade aufgenommen, Baunach hat die Mitgliedschaft beantragt, Königsberg, Zeil am Main, Bad Königshofen und Forchheim haben Interesse bekundet. Auch Coburg findet sich auf der Liste für eine "Regionalstrecke Franken" der Deutschen Fachwerkstraße, doch im Feld dahinter steht "keine Rückmeldung".

Maren Sommer-Frohms, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte (ADF) und damit auch der Fachwerkstraße, bedauert das. "Coburg wäre für uns schon interessant", betont sie. "Es ist eine größere Stadt, und sie hat einen prägenden Fachwerkbestand. Für eine Stadt dieser Größe ist das schon ungewöhnlich." Doch das Schreiben, das die Arbeitsgemeinschaft 2019 an die Stadt schickte, blieb unbeantwortet.

Horst Graf, Leiter des Eigenbetriebs Coburg Marketing und damit auch für den Tourismus zuständig, kennt kein derartiges Schreiben, wie er sagt. Aber nach dem Anruf des Tageblatts bei der ADF meldete sich Volker Holzberg, Vorsitzender des Marketing-Ausschusses, bei Horst Graf. Am 4. März soll es ein Treffen geben. Er sei für eine Mitgliedschaft in der ADF durchaus offen, sagt Graf, "wenn ich dabei einen Vorteil für uns sehe". Die Stadt Coburg sei zum Beispiel Mitglied bei der touristischen Vereinigung Deutsche Burgenstraße. "Da passiert viel, und wir ziehen auch einen Nutzen davon." Inwieweit das auch bei einer Fachwerkstraße gegeben wäre, will Graf sich nun ansehen.

Einige andere in der Region haben sich die Angebote der Arge Deutsche Fachwerkstädte schon angeschaut. Seßlachs Bürgermeister Maximilian Neeb sieht die Möglichkeit, die Bekanntheit Seßlachs zu steigern - "ähnlich wie bei der Burgenstraße. Nur, dass es hier um den ganzen Stadtkern geht und nicht nur um ein Objekt." Die Region insgesamt könne profitieren, wenn sich der fränkischen Fachwerkstraße mehr Kommunen anschließen, meint Neeb. Deshalb würde er es auch "begrüßen, wenn Coburg dabei wäre", betont er. "Wir sind ja eine Region." Vor allem sei der Name Coburg überregional bekannter "als Ebern oder Seßlach. Das würde Gästen von Außerhalb die Orientierung erleichtern."

Coburg hätte, wenn es denn in die Arge Deutscher Fachwerkstädte aufgenommen werden wollte, noch eine Hürde zu nehmen: Das bayerische Landesamt für Denkmalpflege muss offiziell bestätigen, dass Coburg "über einen stadtbildprägenden Fachwerkbestand verfügt", wie es in der Satzung der Arbeitsgemeinschaft heißt. Seßlach hat diese Hürde erst jetzt genommen, wird aber schon als Mitglied der Arge geführt.

Die Bestätigung der Landesdenkmalämter zeige, dass es der Arge um Qualität gehe, sagt Geschäftsführerin Maren Sommer-Frohms. "Das Thema Denkmal trifft die Fachwerkstädte ganz besonders." Die Arge lege Wert auf das Baukulturerbe und hochwertige Fachwerksubstanz. Ob Coburg Chancen auf eine solche Bestätigung hätte, ist offen - darüber will das Landesamt für Denkmalpflege erst entscheiden, wenn Coburg der ADF beitreten will.

Im März soll - wenn Corona es zulässt - die Regionalstrecke Franken der Deutschen Fachwerkstraße gegründet werden. Über den Routenverlauf indes will Sommer-Frohms noch nichts sagen - der hänge ja auch davon ab, wer mitmacht.