Der VfL kann also doch wieder gewinnen. Die Frohnlacher widerlegten die Zweifel mancher Beobachter nach drei Spielen ohne Sieg und besiegten den FSV Erlangen-Bruck klar und hochverdient mit 4:1. 200 Zuschauer sahen eine Frohnlacher Elf, die vor allem in der ersten Halbzeit Spiel und Gegner vollständig kontrollierten. Dass nach der 2:0-Halbzeitführung der VfL das Spiel für mehr als eine halbe Stunde aus der Hand gab und dem Gastgeber, der zudem seit der 36. Minute mit einem Mann weniger auskommen musste, die Rückkehr ins Spiel ermöglichte, bleibt für die meisten Beobachter wohl eines der Rätsel des Fußballs.
Dieter Kurth musste sein Team noch kurzfristig etwas umbauen. Neben Marcin Sokotowski fiel auch Frank Zapf wegen einer Trainingsverletzung aus. Für ihn rückte André Jeschke auf die linke Verteidigerposition. Für Paul Scheller stand diesmal Thomas Karg im Sturmzentrum, was sich als eine gute Wahl zeigte.
Richtig forsch und sehr einsatzfreudig gingen die Platzherren ins Rennen. Doch was der FSV manchmal ehr zu ungestüm versuchte, lief beim VfL besonnen und durchdacht ab. Trotz vieler energischer Ansätze des Gegners behielt der VfL von Beginn an die Übersicht. Dem FSV half nach wenigen Minuten der Pfosten. Beim zweiten Versuch von Christian Brandt half aber nichts mehr. Thomas Karg und Sinan Bulat hatten vorbereitet und Brandt ließ FSV-Keeper Rainer Hausner keine Abwehrchance (13.). Es ging in der Folge ordentlich zur Sache und als nach 36 Minuten Dennis Weiler nach einer Tätlichkeit gegen Karg von SR Solter mit einer roten Karte vom Platz gestellt wurde, sprach eigentlich alles für den VfL. Erlangen stand unter Druck und sah sich gegen eine kompakte Frohnlacher Elf oft nur auf verlorenem Posten. Es dauerte schließlich bis zur 44. Minute, ehe Kapitän Bastian Renk mit dem 0:2 für die beruhigende und mehr als leistungsgerechte Halbzeitführung sorgte. Renk war einfach und gut freigespielt worden und machte gegen TW Hausner souverän alles klar.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel durften sich die Brucker bei ihrem Torwart bedanken, der bei einem Kopfball des unermüdlichen Thomas Karg aus kurzer Distanz glänzend parierte. Doch die Frohnlacher verloren nach und nach den Faden und auch die Zweikämpfe. Sie leisteten sich viele Ballverluste. So halfen sie tatkräftig mit, dass die Platzherren noch einmal aufkamen. Erlangen nahm die offenen Türen gerne an und schaffte nach einer guten Stunde den 1:2-Anschlusstreffer. Rico Röder überwand VfL-Schlussmann Christian Beer, der schon arbeitsreichere Tage im Trikot des VfL hinter sich hatte. Auch danach agierte der VfL sorglos und ging mit dem eigenen Potenzial ziemlich schludrig um.
In der Schlussphase rafften sich Renk & Co. wieder auf und bekamen nach einem Pfostenschuss von Karg wieder die Kurve. Erlangen probierte es noch für einige Zeit mit letztem Einsatz, kam aber zu keiner nennenswerten Torszene mehr. Schließlich war es Thomas Karg, der mit dem 1:3 für eine gewisse Erlösung beim mitgereisten Frohnlacher Anhang sorgte. Vorbereiter war wieder einmal Sinan Bulat über die rechte Seite (85.). Nur zwei Minuten später war die Sache restlos entschieden. Christian Brandt krönte seine gute Leistung mit dem sehenswerten 1:4. 28 Meter vor dem Tor sah er den stets lautstark mitspielenden FSV-Torwart Hausner zu weit vor seinem Kasten und zirkelte einen Heber mit genauem Timing und unhaltbar ins Netz.
Mit diesem klaren Auswärtserfolg und auch besonders im Hinblick auf das schwere Heimspiel nächsten Samstag gegen den SV Seligenporten bleibt der VfL Frohnlach dick im Geschäft um einen einstelligen Tabellenplatz, sprich zum Aufstieg in die Regionalliga.

Trainerstimme


Dieter Kurth (VfL Frohnlach):
"Ich hätte mir gewünscht, dass wir nach dem 2:0 und vor allem nach dem Platzverweis etwas sicherer agieren. Aber stattdessen haben wir zwischenzeitlich, ich sag einfach mal, überschaubar Fußball gespielt. Bei unseren Chancen konnten wir natürlich das Ergebnis schon früher nach oben schrauben. Aber dann zum Schluss haben wir noch zwei wunderschöne Tore gemacht. Es war insgesamt ein hoch verdienter Sieg für uns, der vielleicht ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Für uns sind das heute drei Big-Points."