Gerd Hartmann spricht von einem "ergänzenden Angebot", Nima Khorsandi von einer "Bereicherung für alle". Konkurrenz? Eher nicht. Gerd Hartmann will ab Freitag den Terrassenbetrieb am Kongresshaus Rosengarten eröffnen, Nima Khorsandi will am heutigen Donnerstag am anderen Ende des Rosengartens mit dem "Stadtstrand" starten. Während es am Kongresshaus Kaffee, Kuchen und belgische Waffeln gibt, lockt der Strand mit Cocktails und kleinen Gerichten. Das Angebot, so sagen es beide Gastronomen unabhängig voneinander, richte sich an unterschiedliche Zielgruppen. Denn: "Es ist ein schöner Garten für alle", sagt Nima Khorsandi und lässt aus seinem Getränkestand den Blick schweifen vom Palmenhaus über die anschließenden Rosenlauben bis hinauf zum Kongresshaus.

Khorsandi und sein Partner Enrico Pizzato freilich sind nur probeweise im Rosengarten: Für dieses Jahr genehmigte der Stadtrat den Stadtstrand, auch, um zu sehen, wie ein solches Angebot angenommen wird. Die Terrasse am Kongresshaus Rosengarten hingegen gibt es schon immer - sie gehörte einst zum Restaurant, das aber seit 2017 geschlossen ist. Seither gibt es auch keinen Pächter mehr. Die Gastronomen Liesel und Gerd Hartmann, die das "Hartmann's" im Sportheim der Turnerschaft gleich nebenan betreiben, sind nur fürs Catering der Veranstaltungen im Kongresshaus zuständig. Da tat sich in diesem Frühjahr wegen Corona allerdings auch nicht viel. Vor diesem Hintergrund stimmten Kongresshausleiterin Karin Schlecht und Wifög-Geschäftsführer Stephan Horn gern zu, dass Hartmanns es mit dem Cafébetrieb auf der Terrasse versuchen wollen.

Vorerst will Hartmann die Terrasse Freitag, Samstag und Sonntag ab 13 Uhr öffnen und bis etwa 20 Uhr offenhalten. Das werde sich auch nach der Besucherzahl und dem Wetter richten, sagt er. Wenn das Angebot gut angenommen wird, können weitere Tage dazu kommen. Richtiger Restaurantbetrieb ist am Rosengarten derzeit nicht möglich, auch, weil es keine funktionierende Küche gibt. Die eine, die früher der Versorgung des Kongresshauses diente, wird gerade umgebaut und soll Ende des Monats fertig werden. Die zweite, die zum Restaurant gehörte, wird ganz abgerissen, erläutert Stephan Horn. Die Wifög ist Eigentümerin des Kongresshauses und damit fürs Nutzungskonzept zuständig. Aus dem früheren Restaurant soll ein Aufenthalts- und Pausenraum für Veranstaltungen im Kongresshaus werden.

Gerd Hartmann jedenfalls ist überzeugt davon, dass es einen Bedarf nach einem Terrassencafé am Rosengarten gibt. Immer wieder sei er gefragt worden, "wann wir denn da was machen". "Wir alle freuen uns, dass die Gastronomie am Rosengarten wiederbelebt wird", versicherte am Donnerstag denn auch Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU), für Tourismus und damit auch fürs Kongresshaus zuständig. Nun habe man zwei sich ergänzende Angebote, "und wir hoffen, dass das hier auf Dauer bleibt".

Wer selbstgebackene Kuchen auf der Kongresshausterrasse genießen will, muss ich bis Freitag gedulden. Dann soll es laut Wettervorhersage trockener und wärmer sein als am gestrigen Mittwoch. Der Stadtstrand am Sintflutbrunnen öffnet am Donnerstag (9. Juli) um 11 Uhr - "auch, wenn es regnet", verspricht Nima Khorsandi. Geöffnet ist bis 22 Uhr, "um den Anwohnern entgegenzukommen". Laute Musik oder Veranstaltungen gibt es auf den 200 Quadratmetern Sandfläche nicht, aber W-Lan. "Es wird ein chilliger, ruhiger Aufenthaltsort. Man hört nur die Autos vorbeifahren und das Wasser plätschern", verspricht Khorsandi.