Ein 38-jähriger Mann aus Neustadt musste sich am Montagvormittag vor dem Amtsgericht Coburg verantworten. Er hatte Hunderte von kinderpornografischen Schriften und Bildmaterial auf den Festplatten seines Rechners gespeichert und dies auch öffentlich zugänglich gemacht. Außerdem war der Mann ohne Erlaubnis im Besitz einer Schusswaffe.

Richter Ortwin Jaunich verurteilte den Neustadter zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss der Handwerker eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro zahlen; er bekommt ferner für zwei Jahre einen Bewährungshelfer an die Seite und muss sich in der Fachambulanz für Sexualstraftäter vorstellen.

Es war einem Zufall zu verdanken, dass die Festplatten mit dem Material entdeckt wurden: Bei einer Entrümpelung der Wohnung des Angeklagten stieß ein Mieter auf die verbotenen Inhalte und informierte die Kriminalpolizei.

Bei der späteren Hausdurchsuchung in der Wohnung des Angeklagten entdeckten die Beamten einen Korb voll mit Datenträgern, die 100 Bild- und 100 Videodateien mit kinderpornografischem Material enthielten, darunter Detailaufnahmen, die den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zeigten.


Dateien wurden geteilt

Staatsanwältin Susanne Heppel: "Ihm war bewusst, dass die abgebildeten Personen jünger als 14 Jahre waren." Mithilfe einer installierten Software besuchte der Angeschuldigte auch eine Tauschbörse mit anderen Filesharing-Usern. Das Modell funktioniert so, dass beim Herunterladen die Dateien auch anderen Usern im Netz zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall erhielt das Verzeichnis 236 Bild- und Videodateien mit kinderpornografischen Inhalt.

Bei der Hausdurchsuchung fanden die Beamten auch eine Schusswaffe, die der Handwerker unerlaubterweise besaß. Die Schusswaffe, sagte der Angeklagte, habe er auf einer Baustelle gefunden und sie behalten, weil er nostalgische Dinge sammle.

Der Handwerker gab zu, dass sich die verbotenen Inhalte auf seinem Rechner befunden hätten, allerdings präsentierte er dem Gericht allerlei Ausreden. Den Rechner, sagte er, habe er mit gebrauchten Festplatten vom Schrott selbst zusammengebaut, auch habe er diesen nicht alleine genutzt. Der 38-Jährige wollte dem Gericht weiterhin weismachen, dass die Dateien zufällig beim illegalen Download von Musikdateien auf den Rechner gelangt seien. Diese seien teilweise falsch betitelt und man könne sich nicht aussuchen, was man runterlade. "Da ist vieles unbewusst geschehen, weil ich war nicht immer nüchtern hinter dem PC", so der Neustadter.
Diese Erklärungen widerlegte ein Forensiker der Kriminalpolizei Oberfranken. Der Fachmann konnte nämlich nachweisen, dass der Angeklagte bewusst seit dem Jahr 2009 nach den Inhalten gesucht und diese auch gezielt abgespeichert habe. Auch das Grundmodell der Tauschbörse sei dem Neustadter demnach bewusst gewesen. Der Kripobeamte: "Es wurden einschlägige Begriffe eingegeben, um das Material zu finden."
Für Richter Jaunich stand am Ende der Beweisaufnahme fest, dass offensichtlich aktiv nach Kindern gesucht wurde. Das Urteil ist rechtskräftig.