"Der Ausfall einer integrierten Leitstelle ist immer ein extremer Sonderfall!" Das sagt Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. Und er kann sich nicht erinnern, wann das schon einmal so geschehen ist wie am Mittwochmorgen.

Für mehr als eine Stunde war über die "112" die integrierte Leitstelle (zuständig für die Kreise Lichtenfels, Coburg und Kronach sowie für die Stadt Coburg) nicht zu erreichen. Der Grund war ein Schmorbrand in einem Stromunterverteiler. Normalerweise, sagt Taheri-Sohi, gebe es für solche Fälle ein Notstromaggregat. Aber durch den Schmorbrand habe wohl auch Hardware in der Leitstelle Schaden genommen, so dass die Systeme nicht einfach wieder hochgefahren werden konnten. In solchen Fällen würde der Telefonanbieter, in diesem Fall die Telekom, normalerweise innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten eine Umleitung einrichten. Warum das in diesem Fall nicht geklappt hat, werde derzeit geprüft. "Das ist", sagt Taheri-Sohi "das Schlimmste, was passieren kann. Das ist auch nicht schönzureden."

Aber: Wichtig sei auch: Die Versorgung der Bevölkerung sei zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen.

"Ein Teil der Redundanz, die dann greift, ist, dass die Menschen dann die 110 wählen." Die Polizei sei sofort über den Ausfall informiert worden. Und die Disposition der Rettungsmittel, zum Beispiel der Rettungswagen, wurde sofort von der Leitstelle Hochfranken in Hof übernommen. "So etwas geschieht dann auch nicht ungeplant. Die Disponenten in der anderen Leitstelle sind darauf vorbereitet, im Notfall zu übernehmen. Und sie kennen auch die Gegebenheiten und die Infrastruktur im Landkreis Coburg. Sie kennen sich also vor Ort aus." Über digitalen Funk seien auch zum Beispiel die Rettungswagen im Landkreis von Hof aus erreichbar.

Zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der integrierten Leitstelle in Ebersdorf ist ab kommendem Jahr die Erneuerung der technischen Ausstattung geplant.dy