Landestheater Coburg

"Im Prinzip schließen wir uns der für Bayerns Staatstheater geltenden Regelung an, dass bis 28. Februar nicht gespielt wird", sagt Bernhard F. Loges, Intendant des Landestheaters: "Zugleich hoffen wir, dass wir möglichst bald wieder richtig proben können. Derzeit proben wir nur in Kleinstgruppen und bereiten zudem Online-Formate vor, die wir ab Februar wieder auf unseren Kanälen teilen wollen. Natürlich wollen wir nicht zwanghaft auf Halde produzieren. Unser Fokus liegt deshalb auf den Sommerfestspielen im Hofgarten von Mai bis Ende Juli. Zugleich aber sind wir darauf vorbereitet, sehr schnell wieder spielen zu können."

Musica Mauitiana

Coburger Bachchor, Kantorei und Posaunenchor St. Moriz sind derzeit zum musikalischen Nichtstun verurteilt. Regelrechte Chorproben funktionieren über das Online-Tool Zoom einfach nicht richtig, sagt Coburgs Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein. Immerhin konnte der Bachchor vom Sommer bis zum Oktober in kleinen Gruppen mit gehörigem Abstand analog proben. Vielleicht lässt sich die verschobene Aufführung von Bachs h-Moll-Messe mit den Teilen Kyrie und Gloria zwischen Ostern und Pfingsten nachholen: "Mai wäre eine tolle Zeit". Ab Mai hofft Stenglein zudem auf die Reihe "Musik zur Marktzeit".

Kunstsammlungen der Veste Coburg

"Wir müssen permanent umdisponieren und lavieren", sagt Sven Hauschke, Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg. Hauschke fühlt sich als Leiter einer Kultureinrichtung derzeit von der Politik "ein bisschen allein gelassen". Dennoch plant er für dieses Jahr gleich mehrere Ausstellungen. Nach einer Studio-Präsentation ("Portrait der Fortunata") ab 4. März soll der Gewölbekeller, in dem die Luther-Vision gezeigt wurde, Premiere als neue Experimentierfläche feiern. Ab Ende März sollen hier unter dem Motto "Glasworks" Arbeiten gemeinsam mit dem Bildwerk Frauenau und weiteren Kooperationspartnern gezeigt werden.

Coburger Kunstverein

"Wir haben Planungen für 2021 gemacht", sagt Joachim Goslar als Vorsitzender des Coburger Kunstvereins. Die ersten beiden Ausstellungen freilich können zu den geplanten Terminen nicht stattfinden. Die Ausstellung mit Christian Awe, die eigentlich an diesem Samstag eröffnet werden sollte, wurde verschoben und wird nun - in verkürzter Form - wahrscheinlich vom 12. bis 27. Juni im Pavillon am Hofgarten gezeigt. Auch der Termin für die große Sommerausstellung steht schon - vom 3. Juli bis 22. August. Im Herbst soll der in Untersiemau lebende Künstler Robert Reiter mit einer großen Einzelausstellung gewürdigt werden.

Coburger Literaturkreis

"Still ruht der See" - so beschreibt Vorsitzender Alois Schnitzer die Situation beim Coburger Literaturkreis. Nichts geht mehr derzeit bei den Literaturenthusiasten, keine Veranstaltungen mit Publikum, aber auch keine internen Veranstaltungen. "Die monatlichen Treffen, bei denen wir uns über Literatur und neue Bücher ausgetauscht haben, können seit Monaten leider nicht mehr stattfinden", bedauert Schnitzer. Angesichts der Unsicherheit, wie lange die Corona-Beschränkungen noch gelten werden, verzichtet der Literaturkreis darauf, Termine für Lesungen zu planen - weil diese dann vielleicht doch wieder verschoben werden müssen...

Leise am Markt

Als Leiterin des Chors Unerhört und der Konzertreihe bei "Leise am Markt" leidet Antoinetta Bafas derzeit gleich doppelt unter dem Lockdown. Entmutigen lässt sie sich gleichwohl nicht. Immerhin wurde sie inzwischen in das Förderprogramm "Neustart Kultur" aufgenommen und hofft nach dem sehr erfolgreichen Streaming-Gastspiel von Quadro Nuevo zur Adventszeit auf weitere Veranstaltungen in ähnlichem Format oder in hybrider Form - mit einer kleinen Schar von Zuhörern vor Ort und vielen Fans an digitalen Endgeräten. Das Coburger Quadro Nuevo-Streaming habe weltweit schon mehr als 16000 Aufrufe verzeichnet.

Coburg liest

Martina Riegert (Buchhandlung Riemann) und Oliver Heß (vhs Coburg) vom Organisationsteam "Coburg liest" sind optimistisch, dass das Literaturfestival nach der zwangsweise sehr kurzfristigen Absage 2020 in diesem Jahr wieder stattfinden kann - kalendarisch am vertrauten Ort: Ende April. "Es wird ein kleineres Programm geben", sagt Heß und verspricht sogar ein neues Format, bei dem Coburgs Bürger direkt eingebunden werden sollen."Autoren sind schon angefragt", sagt Heß und erklärt, man werde in diesem Jahr zweigleisig planen - analog und digital. "Notfalls stellen wir unsere Veranstaltungen dann auf online um."

Coburger "Verein"

Der Coburger "Verein" bleibt trotz der Verlängerung des Lockdowns und der daraus resultierenden Verschiebung des zum 1. Februar geplanten Konzertes verhalten optimistisch. "Für die Konzerte ab März diesen Jahres hoffen wir auf Lockerungen", erklärt Uwe Friedrich als Vorsitzender: "Die Planungen für die Zeit nach dem aktuellen Lockdown laufen auf Hochtouren. So stehen unterschiedliche Hygienekonzepte bereit sowie konkrete Strategien für die Wiederaufnahme der Konzerte." Betrübt zeigt er sich, dass der hohe Stellenwert der Kultur für die Gesunderhaltung von Geist und Psyche völlig negiert werde von der Politik.

Gesellschaft der Musikfreunde Coburg

Auch die Coburger Gesellschaft der Musikfreunde leidet in der Corona-Zeit unter vielen Absagen und verschobenen Konzertterminen. Musikvorstand Joachim Rückert gibt sich dennoch optimistisch. "Die Konzerte vom Januar und Februar dieses Jahres rutschen terminlich in die wärmere Jahreszeit", sagt er - "ebenso die Nachholer der Vorsaison." Im Herbst habe man bewiesen, dass man Hygieneauflagen gut umsetzen könne. Sobald kulturelle Veranstaltungen wieder erlaubt sind, blase man "sozusagen zur ,Musikfreunde Kulturoffensive'", verspricht Rückert. Die Mühen vergeblicher Planungen nimmt er mit Humor: "Viel Lärm um nichts."

Coburger Sommerakademie

"Die Coburger Sommerakademie wird es auch in diesem Jahr wieder geben", ist Oliver Heß von der vhs Coburg überzeugt. Schließlich sei die Sommerakademie im vergangenen Jahr trotz Corona-Krise zum Erfolg geworden - mit vielen Freiluft-Kursangeboten und Workshops, bei denen in den Veranstaltungsräumen ein striktes Hygienekonzept umgesetzt worden sei. "Ich bin für dieses Jahr optimistisch", sagt Heß: "Wir sind guter Dinge, dass es im Sommer von Juni bis Anfang August fast wie gewohnt funktionieren wird". Zudem will Heß sogar ein neues Format testen, bei dem Teilnehmer selbst zu Skulpturen werden können.