Die Panne ist noch allgegenwärtig: Als im Dezember der erste ICE vom Coburger Bahnhof aus nach Berlin fahren sollte, kam der Schnellzug nicht - sehr zum Ärger auch vieler Coburger Stadträte, die an der Premierenfahrt teilnehmen wollten. Am Freitag nun, gut vier Monate später, wird die Fahrt nachgeholt. An der Spitze der Delegation: Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD).

Erster Programmpunkt nach der Ankunft in Berlin war ein Besuch des Deutschen Bundestags. Begrüßt wurden sie dort vom heimischen Bundestagsabgeordneten (und Stadtrat) Hans Michelbach (CSU). In einem Gespräch mit Vertretern des Bundesfinanzministeriums wurden Fragen der anstehenden Neuordnung der Grundsteuer und die Entwicklung der Kommunalfinanzen erörtert. Weitere Themen waren, wie Michelbach anschließend mitteilte, der Infrastrukturausbau, die Digitalisierung und der Wohnungsbau.

Michelbach verwies in dem Gespräch auch darauf, dass der Bundestag in dieser
Woche mit dem Beschluss zur Einsetzung eines Ausschusses für Bau, Wohnen,
Stadtentwicklung und Kommunen erstmals einen zentralen parlamentarischen
Ansprechpartner für wichtige kommunale Fragen geschaffen hat. "Die Kommunen
und vor allem auch die ländlichen Räume rücken im Bundestag damit stärker in den
Blick. Das ist auch eine Chance für die Region Coburg/Kronach", unterstrich der
Abgeordnete.

Michelbach hob ferner hervor, dass mit der Verabschiedung des Bundes-Haushalts 2018 noch
vor der Sommerpause auch der Start für wichtige Vorhaben wie die Stärkung des Wohnungsbaus, den Ausbau der digitalen Netze, die Unterstützung der Digitalisierung an den Schulen, die Stärkung der Betreuungsangebote für Kinder und die Aufstockung der Mittel für die kommunale Verkehrsinfrastruktur erfolgt.

Damit der Bund die Kommunen bei der digitalen Ausstattung der Schulen direkt
fördern kann, werde es eigens eine Grundgesetzänderung geben. Michelbach erläuterte, dass für diese Zwecke in den nächsten vier Jahren "erhebliche zusätzliche Mittel" bereitgestellt werden sollen. "Dieses Geld sollte die Region Coburg/Kronach nutzen, um für die Bürger und Unternehmen noch attraktiver zu werden. Ich bin bereit, die Stadt und die Region dabei zu unterstützen", sagte der
Abgeordnete.

Hans Michelbach wiederholte am Freitag auch die Forderung nach einem zusätzlichen ICE-Halt in Coburg zur Mittagszeit schon im nächsten Fahrplan. Er erklärte dazu in einer Pressemitteilung: "Dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Denn die Bahn muss der starken Nutzung des Coburger ICE-Halts Rechnung tragen und den Bahnkunden entgegenkommen. Dazu könnte mittelfristig eine Konzeption mit einem Zwei-Stunden-Takt alternierend mit den ICE-Halten in Erlange eingeführt werden."

Ein weiterer Programmpunkt, ehe die Coburger Delegation mit dem ICE wieder nach Hause fährt, ist ein Besuch der brasilianischen Botschaft in Berlin. Denn auch das ist ja unvergessen beim ICE-Pannenauftakt im Dezember: Am Bahnhof warteteten damals im dichten Schneetreiben auch zwei Samba-Tänzerinnen - vergebens - auf den Schnellzug. Sie wollten Grüße aus Coburg, der "Samba-City", übermitteln.