Die Zukunft der evangelischen Jugendbildungsstätte in Neukirchen (Gemeinde Lautertal) hat die Frühjahrstagung der evangelischen Dekanatssynode beschäftigt. Nach Beschluss der Landessynode soll eine Jugendbildungsstätte in Oberfranken installiert werden, eine Entscheidung für einen Standort gibt es noch nicht - derzeit "kämpfen" die Dekanatsbezirke Coburg und Kulmbach um den Standort.
Neukirchen hat zahlreiche Unterstützer in der Region. Erst in der vergangenen Woche haben sich Vertreter der Bildungsregion Coburg in einem Schreiben an Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel, eifrig die Werbetrommel für den Standort Neukirchen gerührt.

Lesen Sie hier, was die Bildungsregion Coburg fordert

Doch auch die Unterstützer der der Weihermühle sind nicht untätig. Das Dekanat Kulmbach geht davon aus, dass die dann einzige evangelische Jugendbildungsstätte nur ins Jugendhaus Weihermühle kommen könnte. Hauptargument der Kulmbacher: Das Jugendhaus Neukirchen sei in einem baulich sehr schlechten Zustand und müsste eigentlich abgerissen werden und neu gebaut werden. Die Kulmbacher vermuten, dass dies wohl rund 25 Millionen Euro kosten würde.
Der Coburger Dekan, Andreas Kleefeld, sprach von einem "großen Investitionsbedarf" in Neukirchen: geschätzt 8,5 Millionen Euro. Freilich sagte auch Dekan Stefan Kirchenberger: "Die Jugendbildungsstätte ist unser Sorgenkind." Petra Heeb, Coburger Delegierte in der bayerischen Landessynode erinnerte daran, dass das Jugendhaus Neukirchen erst 2009 als Leuchtturmprojekt in der Bildungslandschaft ausgezeichnet worden sei. Sie wies auf die Verantwortung für die derzeit 24 Beschäftigten in Neukirchen hin. "In Neukirchen ist sehr gut gearbeitet worden", sagte Martin Finzel, ebenfalls Mitglied der bayerischen Landessnode und Bürgermeister von Ahorn.
Diakon Rainer Mattern (Leiter des Coburger Kirchengemeindeamtes) vermutete, dass die Landeskirche im Juli die Standortfrage Neukirchen oder Weihermühle entscheiden werde. Mattern, der ja auch stellvertretender Landrat ist, bekräftigte: "Wir unterstützen eine Bildungsregion!"


Engagierter Begleiter

Die Dekanatssynode fasste in Untersiemau mit sehr großer Mehrheit einen Beschluss, der an die Landessynode gerichtet ist. Darin heißt es zum Beispiel: "Der Dekanatsbezirk Coburg ist überzeugt, mit dem Standort Neukirchen betriebswirtschaftlich ein langfristig überzeugendes Konzept vorzuschlagen."
Außerdem wird in dem Schreiben auf die Erfahrung und das pädagogische Profil in Neukirchen hingewiesen. "Der Dekanatsbezirk Coburg ist bereit, die Landeskirche nach Kräften bei der Errichtung einer Jugendbildungsstätte Oberfranken zu unterstützen und ihre Arbeit auch in Zukunft engagiert zu begleiten, wenn diese in Neukirchen angesiedelt werden sollte."


Das Lutherjahr hat eine Viertelmillion Euro gekostet

Die Dekanatssynode hat bei ihrer Tagung die Jahresrechung des Dekanats mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr fast 4,24 Millionen Euro. Große Ausgabenposten waren im vergangenen Jahr die Jugendbildungsstätte Neukirchen mit 991 000 Euro und die evangelische Jugend mit 2,53 Millionen Euro. Das Lutherjahr speziell kostete dem Dekanat laut Jahresrechnung knapp eine Viertelmillion Euro.
Sollte die Entscheidung über die Jugendbildungsstätte in Oberfranken zu Gunsten von Neukirchen ausgehen, geht das ehemalige Jugendhaus Neukirchen in die Trägerschaft der Landeskirche über. Das betrifft dann natürlich auch das Personal.


Kein Gottesdienst am Reformationstag


Obwohl der Reformationstag ist in diesem Jahr kein gesetzlicher Feiertag in Bayern mehr ist, möchte das Dekanat diesen Tag mit einem Empfang für wichtige Persönlichkeiten aus der geistlichen und weltlichen Öffentlichkeit dennoch besonders akzentuieren. Davor soll es eine Vortragsveranstaltung geben, die kein Gottesdienst sein soll. Das stieß nicht auf ungeteilte Begeisterung. Pfarrer Detlev Juranek und andere Synodale hielten den Verzicht auf einen Gottesdienst am Reformationstag für keine gute Idee. Pfarrerin Silke Kirchberger schlug vor, einen Gottesdienst zum Reformationstag am folgenden Sonntag feiern. Das hätte zur Folge, dass dann der 23. Sonntag nach Trinitatis, in diesem Jahr am 4. November, entfallen würde.