"Kreativ durch die Krise" - was nach einer Floskel klingt, wird im Coburger Puppenmuseum bereits beeindruckend in die Tat umgesetzt. So zwingt Corona zwar zur Schließung der Türen für Besucher in der Rückertstraße 2-3, doch bei den digitalen Angeboten wartet das Team um Museumsleiterin Christine Spiller mit immer neuen Ideen auf (siehe dazu auch Hintergrund" am Textende). "Ein Ziel ist es natürlich, den Kontakt zu halten", erklärt Christine Spiller. "Aber vielleicht können wir ja auch neue Interessenten gewinnen." Neue Interessenten, die auch mal persönlich vorbeischauen, sobald es ab dem "Tag x" endlich wieder möglich ist. Gründe für einen Besuch nach der Zwangsschließung wird es gleich mehrere geben.

Sonderausstellung - diesmal klappt's!

Die Sonderausstellung über Puppen aus dem "bayerischen Puppendorf Mönch­röden", die eigentlich bereits im Frühjahr 2020 zum Jubiläum "100 Jahre Coburg bei Bayern" hätte gezeigt werden sollen, wird nun definitiv im März starten. Erzählt werden darin - idealerweise "real", zur Not aber zunächst nur digital - allerhand Geschichten. Etwa von der in Neustadt und Mönchröden geschaffenen "Lilli", die als Vorgängerin der Barbiepuppe gilt, bis zur modernen "Baby Born" von Zapf. Ebenso spielen die Mainzelmännchen sowie Wum und Wendelin eine Rolle.

Mainzelmännchen
Fredrik von Erichsen dpa/lrs

Auch die Vorbereitungen für das nächste Projekt im Ausstellungsraum "Rückert 3", das dem Puppenmuseum angegliedert ist, laufen: Sobald reale Besuche wieder möglich sind, werden unter dem Titel "Schicksalsschlag und Kunst" Werke des Coburger Heilpraktikers Helmut Brühl gezeigt. Diese Ausstellung sei auch deshalb aktuell so passend, wie Christine Spiller erklärt, weil die Ausstellung "Mut macht": Helmut Brühl war Rechtshänder - nach einem Schlaganfall konnte er aber nur noch mit Links malen, was ihn aber nicht davon abhielt, weitere Werke zu schaffen.

Spiel- und Basteltipps für Zuhause

Bereits jetzt ist über die Internetseite des Puppenmuseums einiges über die beiden kommenden Ausstellungen zu lesen. Auf www.coburger-puppenmuseum.de findet sich außerdem das bereits im ersten Lockdown erstellte und seitdem stetig erweiterte "Digitale Museum". Dort werden "Lieblingsstücke" aus dem Museumsfundus vorgestellt. Außerdem gibt es einen gesonderten Bereich "Museumsbesuch mit Kindern" mit Spiel- und Basteltipps für Zuhause.

HINTERGRUND: Mit dem Coburger Puppenmuseum durch den Lockdown

Fasching Wie schon beim Lockdown im Frühjahr 2020 gibt das Coburger Puppenmuseum ab dieser Woche wieder - via Facebook - Basteltipps. Unter anderem geht es dabei auch um kreative Faschingsmaskierungen. Am Freitag, 12. Februar, wird dann zusammen (aber eben nur virtuell) eine Faschingsparty gefeiert.

Aktion Das Puppenmuseum sucht Familien, die neue Brettspiele testen wollen. Die Resonanz auf einen entsprechenden Aufruf via Facebook war "riesig", wie Christine Spiller erzählt; "Restplätze" können noch unter Telefon 09561/ 891481 oder per Mail an puppenmuseum@coburg.de ergattert werden. Wichtig: Die Abholung der zu testenden Spiele erfolgt nach Terminvereinbarung im Freien und mit FFP2-Maske. Die Ausleihe ist kostenfrei. Das Museum wünscht sich im Anschluss lediglich ein Feedback (Foto, Text, Video) über die "Spielbarkeit" der getesteten Spiele, das auf der Homepage und auf der Facebookseite veröffentlicht werden darf.