Wer Electronic Dance Music mag, der hat es in Coburg schwer, seine Leidenschaft auf Partys oder Festivals auszuleben. Zumindest fanden das Martin Michel und Kai Reißenweber und beschlossen, etwas daran zu ändern und mehr Schwung in die Szene zu bringen.
Gemeinsam mit dem Verein Cross Art hatte das Duo, das unter dem Namen "Makai" auch selbst auflegt, die Idee zu "Come Together", einem Electronic Dance Music Open Air. Nach etwa einem halben Jahr Planung war es am Samstag dann soweit: Sieben DJs aus nah und fern verwandelten das ehemalige BGS-Gelände in eine große Party-Area, in der Fans von elektronischer Musik auf ihre Kosten kommen. Der Name "Come Together" ist dabei Programm, denn sowohl beim ausgelassenen Tanzen als auch beim gemeinschaftlichen Entspannen in der Shisha-Lounge kommen sich die Besucher näher.
"Die letzten fünf Tage Aufbau waren teilweise echt stressig", erzählt Martin Michel. Dass die Besucher ein bestens ausgestattetes und dekoriertes Gelände vorfinden, habe sie und ihre Helfern zeitweise "Blut und Schweiß" gekostet.
"Aber am Ende ist es so wie bei frischgebackenen Eltern: Sobald das Kind da ist, sind die Strapazen der Geburt vergessen und man fühlt sich nur noch glücklich. Das Open Air ist sozusagen unser Baby", erklärt Kai Reißenweber. Und auf das sind die beiden mächtig stolz. "Am Anfang dachten wir, dass wir uns glücklich schätzen können, wenn wenigstens 300 Leute kommen - nun mussten wir spontan noch mehr Helfer organisieren und Getränke nachbestellen, weil der Andrang so groß ist", sagt er. Als Markus Kavka, der Headliner des Open Airs, auflegt, sind bereits über 900 Besucher am Eingang gezählt worden.
Einer von ihnen ist Niklas Schlamm, der gemeinsam mit seinen Freunden aufs Open Air gekommen ist. "Bisher bin ich immer in Kronach in der Techno-Szene unterwegs gewesen und ich dachte mir, ich schaue mir das mal an", erzählt er. Er liebe diese Art von Musik. "Beim Tanzen ist man für einen Moment ganz für sich allein und kann über sich selbst nachdenken - danach geht es einem besser als vorher", erklärt er. Und obwohl beim Tanzen jeder in seiner eigenen Welt sei, gebe es unter den Fans eine große Gemeinschaft: "Egal, wo man auf Festivals oder Open Airs geht: Einfach jeder ist gut drauf und hat jede Menge Spaß." Das "Come Together" Open Air in Coburg gefalle ihm. "Schade ist nur, dass man von der Bühne weggehen muss, um sich ein neues Getränk zu holen", sagt er. Aber das sei lediglich Kritik auf hohem Niveau. "Das Ambiente hier finde ich richtig toll - alles hier ist schön bunt geschmückt", lobt er.
Und weil das Open Air bei den Besuchern so gut ankommt, wollen Martin Michel und Kai Reißenweber den Erfolg im nächsten Jahr wiederholen. "So lange der Verein einverstanden ist und wir das Gelände zur Verfügung haben, dürfte uns nichts im Weg stehen", erklärt Martin Michel. Nur eines könnte sich im nächsten Jahr ändern: "Wir können uns vorstellen, dass es ähnlich wie das Summer Blast Rock Open Air des Vereins das nächste Jahr sogar an zwei Tagen stattfinden könnte."