Die DB Regio, eine Tochtergesellschaft der Bahn, wird weiterhin die Züge des Franken-Thüringen-Express auf die Schiene schicken. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte diese Verbindungen zum Dezember 2023 neu ausgeschrieben. Nun ist das Verfahren abgeschlossen. Ergebnis: Einen Betreiberwechsel gibt es nicht.

Drei Bewerber hatte es um dieses regionale Netz gegeben, wie die BEG auf Anfrage mitteilte. Es geht dabei immerhin um 5,7 Millionen Zugkilometer im Jahr. Enthalten sind die Verbindungen Nürnberg-Bamberg-Lichtenfels-Coburg, Lichtenfels-Saalfeld, Bamberg-Würzburg, Bamberg-Coburg-Sonneberg auf der Schnellfahrstrecke sowie - neu - Coburg-Erfurt auf der Schnellfahrstrecke durch den Thüringer Wald. Diese letzte Linie war als "Eventualposition" in der Ausschreibung enthalten. Dies deshalb, weil für die Kosten der Freistaat Thüringen mit aufkommen müsste. Ob das nun geschieht, ging aus der Pressemitteilung des bayerischen Verkehrsministeriums am Mittwoch nicht hervor. Laut BEG ist diese Leistung jedoch beauftragt.

Konkret bedeutet das, dass täglich fünf der Regionalexpresszüge, die auf der Schnellfahrstrecke bis Coburg fahren, nun weitergeschickt werden bis Erfurt. Bislang hat Coburg nur über vier ICE-Paare pro Tag direkten Anschluss in die Thüringer Landeshauptstadt. Die RE-Züge sollen nun zweistündliche Verbindungen von und nach Norden sicherstellen.

Tessmer: "Hervorragend!"

Zwar erheben die Stadt und die IHK zu Coburg nach wie vor die Forderung nach einem ICE-Systemhalt, wie Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) bestätigt. Doch wo sie wie viele ICE fahren lässt, entscheidet die DB Fernverkehr selbst. Sie hat schon signalisiert, dass mehr als insgesamt acht Halte pro Tag (vier in jede Richtung) in Coburg nicht machbar seien.

Deshalb nennt Tessmer die Nachricht von den zusätzlichen Regionalexpresszügen "hervorragend". Er selbst hatte sich dafür eingesetzt; die Stadt hatte gemeinsam mit den Landkreisen Coburg, Sonneberg, Hildburghausen, dem Ilmkreis und der Stadt Sonneberg eine entsprechende Interessensbekundung auf den Weg gebracht.

Für den Schienen-Nahverkehr sind die Bundesländer zuständig. Der Freistaat Bayern vergibt Netze und legt die Bedingungen fest. So wurden bei dieser Ausschreibung zum Beispiel ein Halbstundentakt zwischen Nürnberg und Bamberg gefordert. Die Regionalexpressverbindung Nürnberg-Coburg wird stündlich bedient. Hinzu kommen Regionalbahnen auf der Strecke Coburg-Lichtenfels.

Die Besonderheit am Netz Franken-Thüringen sind die grenzübergreifenden Züge nach Saalfeld, Sonneberg und künftig Erfurt. Streng genommen kann die Verbindung nach Erfurt aber nicht mehr als Nahverkehr gelten. Denn der umfasst nur Strecken bis 50 Kilometer - oder Reisezeiten unter einer Stunde. Auf der Schnellstrecke mit Tempo 190 sind die 90 Kilometer zwischen Coburg und Erfurt aber in etwas mehr als einer halben Stunde zu schaffen.

Kommen Spartarife?

Offen ist noch, ob es für diesen Zug dann einen Sondertarif gibt oder ob die Ländertickets von Bayern und Thüringen darin gelten. Dafür müssten die beiden Freistaaten sorgen. Regulär würde die einfache Fahrt von Coburg nach Erfurt in der zweiten Klasse 21,70 Euro kosten.

Froh über den Zuschlag zeigte sich Hansrüdiger Fritz, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Bayern. Er verspricht laut Pressemitteilung "mehr Komfort und Qualität" sowie neue Züge. Eingesetzt werden sollen ein- und doppelstöckigen Triebzüge des Typs "Siemens Desiro HC" mit bis zu 600 Sitzplätzen in der zweiten Klasse und 34 in der ersten. Außerdem seien so rund 300 Arbeitsplätze bei DB Regio Bayern bis 2035 gesichert worden. So lange läuft der Vertrag mit der BEG.