Bei den Coburger Strauss-Musiktagen hat das Publikum schon manche interessante Besetzung erlebt. Dass aber sogar ein Blechbläserquintett den besonderen Charme der Musik von Lanner und Strauss stilsicher zum Klingen bringen kann, bewies das Philharmonische Blechbläserquintett des Landestheaters.


Richard Heubergers "Opernball"


"Edle Musik frisch vom Blech" lautete im Riesensaal von Schloss Ehrenburg das Motto beim Eröffnungskonzert der Coburger Strauss-Musiktage. Das an diesem Abend auf zwei Positionen umbesetzte Quintett mit Timothy Francis und Markus Riepertinger (Trompeten), Martin Osterhammer (Horn), Carsten Fuss (Posaune) und Johannes Freyer (Tuba) bewies feines Gespür für die vermeintlich leichte Muse gleich zum Auftakt bei Richard Heubergers Ouvertüre zur Operette "Der Opernball". Instrumentaler Glanz und feine klangliche Nuancen verbanden sich hier im Spiel des Philharmonischen Blechbläserquintetts.


Mozarts "Priestermarsch"


Der Priestermarsch aus Mozarts "Zauberflöte" und das Divertimento B-Dur von Joseph Haydn, dessen langsamer Satz Johannes Brahms das Thema für seine Haydn-Variationen lieferte, erklangen in fein abgestimmtem Zusammenspiel.

Auch der besondere Charme der "Alten steyrischen Tänze" von Joseph Lanner entfaltete sich im Spiel des Blechbläserquintetts sehr überzeugend. Stilistisch überzeugend gelangen zudem zwei Polkas des Walzerkönigs - die Polka "Vergnügungszug" und die "Annen-Polka". Dass die Gattung Walzer keineswegs völlig aus der Mode gekommen ist, war in der viersätzigen "Suite from the Monteregian Hills" mit ihrem "Valse ridicule" ebenso zu erleben wie im "Valse peruano" aus der "Suite Americana" von Enrique Crespo.


Zwei Zugaben


Volkstümlich gefärbt dann der Abschluss des Programms mit zwei innig musizierten alpenländische Weisen von Peter Moser. Reichlich Beifall und als Zugaben die Pizzicato-Polka und ein Steyrischer Tanz.