Zahlreiche Mitglieder von Studentenverbindungen, Landsmannschaften und Turnerschaften marschierten in Coburg bei einem Fackelzug durch die Innenstadt. Der Zug stellt den Höhepunkt des Pfingstkongresses des Coburger Convents (CC) dar. Besonders der Fackelzug ruft Kritik an der Veranstaltung hervor, weshalb es am Montagabend (25. Mai 2026) auch zahlreiche Gegenveranstaltungen gab. Hierfür waren nach Polizeiangaben acht Gegenveranstaltungen angemeldet, so viele wie nie zuvor.
Insgesamt versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 700 Gegendemonstranten, während am Fackelzug etwa 1700 Menschen teilnahmen. Dies entspreche ungefähr dem Aufkommen im letzten Jahr. Genaue Zahlen lägen bisher nicht vor. Die Polizei sprach von einem "üblichen Spektrum" an Delikten wie Diebstählen und Beleidigungen im Rahmen der Veranstaltung.
Polizei sichert Spuren auf Coburger Theaterplatz - und zieht überraschendes Fazit
Zusätzlich kam es laut Polizei zu einem Farb- und Buttersäureanschlag auf ein Ehrendenkmal der Stadt Coburg auf dem Theaterplatz. Die Täter seien unbekannt, jedoch wurden Spuren gesichert. Bereits 2024 kam es zu einem Buttersäureanschlag während des Konvents- betroffen war damals das Festzelt. Wie der Coburger Oberbürgermeister auf den Anschlag reagiert hat, lest ihr bei unseren Kollegen vom Fränkischen Tag. Allgemein sei es aber ruhiger als in den letzten Jahren gewesen, hieß es. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Straftaten unterschiedlicher Art gekommen. 2023 wurde etwa unter anderem der VW-Bus eines Teilnehmers angezündet, das Ehrenmal im Hofgarten beschmiert, Conventler angegriffen, und versucht, den Fackelzug zu stören.
Der seit 1951 in der oberfränkischen Stadt tagende Coburger Convent bezeichnet sich als akademischer Verband von Studierenden und Absolventen deutscher und österreichischer Hochschulen, "gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion oder was auch immer die Menschen unterscheidet". Der Verband bindet sich weder parteipolitisch noch konfessionell und erwartet von seinen Mitgliedern, "dass sie sich jederzeit für die Bundesrepublik Deutschland und deren freiheitlich-demokratische und liberal-rechtsstaatliche Ordnung einsetzen".
Die Gegner des Coburger Convents betonen hingegen, der Fackelmarsch sei eindeutig politisch aufgeladen. Es müsse "endlich Schluss sein mit dem nationalistischen und kriegsverherrlichenden Schauspiel des Coburger Convents", forderte die Initiative "Studentenverbindungen auflösen".
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