Zwischen den Schülern auf dem Gelände der Staatlichen Realschule Coburg II fielen am Freitag 13 Jungs und Mädchen auf, die grüne Warnwesten trugen. Sie kamen aus Bamberg, Bayreuth, Forchheim-Ebermannstadt, Kronach, Lichtenfels, Kulmbach und direkt aus Coburg, um im Schülerlotsenwettbewerb den oberfränkischen Bezirksmeister zu ermitteln. Die Landesverkehrswacht und die Kreisverkehrswacht Coburg haben den Wettbewerb veranstaltet und überwacht.

"Ihr seid jetzt schon alle Sieger", versicherte Polizeihauptkommissar Ulrich Bosecker den Verkehrskadetten. Auf Kreisebene hatten sie alle den Sieg errungen als Voraussetzung für die Teilnahme am Bezirkswettbewerb. "Ihr seid für Kinder und Jugendliche die wichtigsten Vertreter der Polizei", betonte Ulrich Bosecker. "Wenn ihr eure Arbeit gut macht, haben die Schüler auch Vertrauen in erwachsene Freunde und Helfer." Auch Schulleiter Klaus Reisenweber weiß, wie wichtigSchülerlotsen sind. "Ihr alle leistet einen großen Beitrag, dass unsere Schüler sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen", sagte er.

Beweisen mussten sich die fünf Mädchen und acht Jungs zwischen 15 und 17 Jahren in vier Aufgaben: einem Theorieteil, einem Reaktionstest und zwei praktischen Teilen, bei denen sowohl die Entfernung zu drei Fahrzeugen als auch ihre Geschwindigkeit geschätzt werden mussten.

Der Theorieteil mit Fragen zu Verkehrssituationen, Schildern und zum Allgemeinwissen war nach einer knappen halben Stunde erledigt. Gleich danach wurde ihre Reaktionsschnelligkeit getestet. Die Schülerlotsen mussten dafür vor einem Computer Platz nehmen und mit einem rechten Pedal "Gas geben". Nach einer stets unterschiedlich langen Zeit von wenigen Sekunden war ein Ton zu hören, nach dem das linke "Bremspedal" möglichst schnell betätigt werden musste.


Sagenhafte Reaktionszeit

Alle Schülerlotsen hatten drei Versuche, von denen jeweils der beste gewertet wurde. Einige von ihnen schafften es, in einer Bestzeit von 0,25 Sekunden, virtuell zu bremsen.

Die praktische Ptüfung war auf dem ehemaligen Gelände des Bundesgrenzschutzes, wo ein Polizeimotorrad und ein BMW bereitstanden. Die beiden Fahrzeuge und der Bus wurden in unterschiedlichen Entfernungen geparkt, die die Jugendlichen schätzen mussten.

Was sich einfach anhört, hat sich als äußerst knifflig dargestellt. Danach sind die Fahrzeuge in verschiedenen Geschwindigkeiten an ihnen vorbei gefahren und die Teilnehmer mussten sie einschätzen. "Vor allem den Bus schätzt man viel schneller ein, als er tatsächlich fährt", erklärt der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberfranken, Udo Skrzypczak.

Der 17 Jahre alte Dominik Bartscht aus Küps belegte den dritten Platz und freute sich riesig. "Der Theorieteil war etwas schwerer als beim Kreiswettbewerb", bestätigte er. Falls einer der ersten beiden nicht am Bundeswettbewerb am 1. Juli in BAmberg teilnehmen kann, wird Dominik Bartscht Oberfranken vertreten.
Auch der Zweitplatzierte kommt aus Küps. Dominik Zeus hat beim praktischen Teil einen Trick angewandt, um die Geschwindigkeit zu schätzen.

"Ich habe versucht, mit einer Formel zu berechnen, wie schnell die Fahrzeuge sind", erklärte der 16-Jährige. An seiner Funktion als Schülerlotse gefällt ihm besonders der Kontakt zu den anderen Schülern.
Den Sieg holte sich Jannik Köhler aus Untersiemau. An der Mittelschule Untersiemau ist der gerade 15-Jährige dafür verantwortlich, dass seine Mitschüler an den Bushaltestellen keinen Unfug anstellen und während der Fahrt ruhig sitzenbleiben. "Bisher gab es nie Probleme, weil die Schüler auf uns hören", versicherte der glückliche Sieger. Jannik mag die Verantwortung.

Für den Bundeswettbewerb in Bamberg hat er große Ziele: "Jetzt will ich auch dort den Sieg nach Coburg holen."