132 landschaftsprägende Einzelbäume und Baumgruppen sowie Streuwiesen sind in den zurückliegenden Wochen in und um Bad Rodach unter die Lupe genommen worden. Auftraggeber war die Regierung von Oberfranken, die Resultate präsentierte jetzt Landschaftsarchitekt Achim Müller den Mitgliedern des Stadtrats in der Sitzung am Montag im Haus des Gastes. Untersucht wurden dabei unter anderem der Standort, die Wirkung auf die Umgebung, Vitalität und Verkehrssicherheit sowie Mistelbefall. Viele der alten Bäume weisen Risse und Höhlen auf, die einerseits als Lebensraum bedrohter Tierarten dienen, andererseits regelmäßig im Hinblick auf die Verkehrssicherheit geprüft werden müssen, betonte Müller. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) regte an, an den kartierten Bäumen (Beispiel: Linde im Steinbruch Breitenau) oder Baumgruppen Hinweistafeln für Wanderer aufzustellen.

Der Rödentaler Mediziner Dr. Wolfgang Hasselkus informierte das Gremium über die neueste Entwicklung der nachstationären Versorgung von Senioren durch häusliche Hilfen. Großen Wert legte er dabei auf ein intensives Gleichgewichtstraining, das betagte Menschen regelmäßig nach einem Klinikaufenthalt zu Hause durchführen sollten. So könne man einer latenten Sturzgefahr vorbeugen. Hasselkus verwies darauf, dass besonders ausgebildete Helfer zur Verfügung stünden, die bei Bedarf sowohl als häusliche Hilfe tätig seien als auch sofortiges Sturztraining durchführten. Pro Einsatz kämen maximal Kosten in Höhe von 47 Euro auf die Kommune zu, unterstrich der Mediziner. In der Sitzung des Ferienausschusses soll in diesem Punkt ein Beschluss gefasst werden.


Viel hängt von den Zuschüssen ab

In seinem Halbjahresbericht über den Haushalt der Stadt erläuterte Kämmerer Michael Fischer die aktuelle Lage. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt bewegen sich dabei in der Summe noch unter den Ansätzen, bei den Ausgaben werde die gesetzliche Mindestzuführung von rund 720 000 Euro wohl erreicht. Bei den Einnahmen im Vermögenshaushalt hängt viel vom weiteren Eingang der bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten staatlichen Zuschüsse ab, so Fischer weiter. Die Ausgabemittel im Vermögensbereich wurden bisher mit 35 Prozent in Anspruch genommen. Für die laufenden und anstehenden Baumaßnahmen (Kanalbau, städtische Gebäude, Erschließungsstraßen) werde mit weiteren, größeren Zahlungen im zweiten Halbjahr gerechnet.

Mit 13:6 Stimmen billigte der Stadtrat einen Antrag der CSU-Fraktion, eine ganzheitliche Überarbeitung des Flächennutzungsplanes umgehend einzuleiten. Fraktionsvorsitzender Christoph Herold begründete den Antrag damit, dass der jetzt gültige Plan seit 1994 Bestand habe und veraltet sei. Vor der Abstimmung hatte Tobias Ehrlicher darauf verwiesen, dass man es "allein nicht schaffe" und Angebote von Planungsbüros einholen solle. Dies befürworteten auch Rainer Möbus (Zukunftsforum) und Ernst Wilhelm Geiling (Freie Wähler). SPD-Fraktionsvorsitzender Axel Dorscht erinnerte daran, dass bisher alle Antragsteller ihre Bauwünsche kostenmäßig selbst getragen hätten, und fragte: "Warum sollen wir etwas ändern, wenn wir keine Kosten haben?"

Befürwortend weitergeleitet wurden folgende Baugesuche: Julia Günter (Ausbau des Dachbodens über der bestehenden Garage zu Wohnzwecken, Adelhäuser Straße 12; SÜC Energie und H20 GmbH (Neubau eines Schalterhauses Schweighof, Coburger Straße).

Die Stadt Bad Rodach erlässt für die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Coburg einen Betrauungsakt für die Sicherstellung einer sozial verantwortlichen Wohnungsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Mit 14:4 Stimmen lehnten die Räte einen Antrag der Jungen Union Bad Rodach ab. Die JU plädierte für die Aufstellung einer Outdoor-Tischtennisplatte im Kernbereich der Stadt.