Festliche Klänge durchdrangen die Johanniskirche in dieser Woche mehrfach, als der Coburger Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein auf der renovierten Orgel für den Einweihungsgottesdienst (Samstag, 19 Uhr) probte. Nach rund drei monatiger Bauzeit hat sich die Klangfülle des Instruments deutlich verbessert.

Diakon Jochen Grams, der seitens der Kirchengemeinde Bad Rodach das Projekt betreute, erläuterte die Notwendigkeit der Maßnahme. Im Zuge der Gesamtrenovierung der Kirche vor etwa acht Jahren habe man die Orgel regelrecht verpackt. Im Lauf der Bauzeit bildete sich dann, zunächst unbemerkt, ein Schimmelpilz, der die Qualität des Instruments beeinträchtigte. Grams unterstrich, dass das Instrument durchaus noch "spielfähig" war, doch wollte man im Punkt "Gesundheit der Organisten" (Gary O'Connell, Sonja Putz) kein Risiko eingehen.


54 000 Euro teure Maßnahme

Nach einem "langen, bürokratischen Weg", auf dem naturgemäß die Finanzierung breiten Raum einnahm, wurde dann im November vergangenen Jahres "grünes Licht" gegeben. Mit Zuschüssen aus diversen Stiftungen (Oberfrankenstiftung, Bürgerstiftung, Rückertkreis Bad Rodach und Regierung von Niederbayern) sowie durch Privatspenden von rund 8000 Euro in drei Jahren wurde etwa ein Drittel der rund 54 000 Euro teueren Maßnahme abgedeckt. "Der Rest wird vom Kirchenhaushalt vorfinanziert", betonte Grams.

Der Pilz ist jetzt vollständig beseitigt, dazu wurden kleinere Reparaturen durchgeführt. Durch den Einbau von einem Motor und zwei Blasebälgen erhöht sich der Luftdruck und intensiviert dadurch den Klang. Insgesamt wurden 30 Pfeifen ausgetauscht. Aus Kostengründen verzichtete die Kirchengemeinde auf den Einbau eines Schwellwerks (rund 25 000 Euro) sowie eines Zimbelsterns (3500 Euro). Weiterhin wurde eines der bisher drei Manuale abgebaut.


Orgelpfeifen werden versteigert

Die ausgetauschten Orgelpfeifen soll bei der Johanniskirchweih am 16. September versteigert werden, gab Diakon Grams bekannt. Dadurch erhoffe man sich eine weitere "Finanzspritze".

Das Instrument steht auf der westlichen, oberen Empore und stammt aus dem Jahr 1858. Es ist ein Werk des Schmiedefelder Orgelbauers Michael Schmidt und kostete seinerzeit 1641 Gulden. Der Orgelprospekt und die eichenen Windladen stammen noch von der Vorgängerorgel. Im Jahr 1974 wurde die Orgel mit 25 Registern, zwei Manualen und Pedal letztmals grundlegend restauriert.

Der Ablauf: Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein bringt auf der renovierten Orgel während des Gottesdienstes unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude und Arthur Seymour Powell (Großer Triumphmarsch) zu Gehör. Auch Orgelbauer Jürgen Lutz, der die Baumaßnahme mit seinem Team durchführte, wird vor Ort sein und im Bedarfsfall fachkundige Informationen geben. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein kleiner Umtrunk statt.