Coburg
Humanität

Noch einmal mit dem Sohn Pommes essen: Coburger ASB-Wünschewagen ermöglicht schwerkrankem Vater seinen Herzenswunsch

Der ASB-Wünschewagen erfüllt Menschen in ihrer letzten Lebensphase Herzenswünsche. Ein schwerkranker Vater aus Coburg wollte noch einmal seinen zwölfjährigen Sohn treffen, der an der Nordsee wohnt.
Letzte Wünsche wagen: Der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes hat für Günter Strickle (Mitte) aus Coburg ein Pommes-Frites-Essen mit dem Sohn an der Nordsee ermöglicht. Foto: Christoph Winter

Noch einmal mit dem Sohn Pommes essen. Das war der Wunsch von Günter Strickle. Er lebt aktuell mit einer palliativen Diagnose im Coburger Hospiz. Sein zwölfjähriger Sohn wohnt in St. Peter Ording.

Diesen letzten Wunsch erfüllte ihm ein Team des ASB-Wünschewagens. Zwei Tage lang war das Fahrzeug des Arbeiter-Samariter-Bundes von Coburg aus unterwegs.

600 Kilometer in den Norden: Das Treffen von Vater und Sohn

Das weiß-blaue und besonders ausgestattete Fahrzeug war nach einem halben Tag Fahrt und rund 600 Kilometern im Norden angekommen. Am Steuer saß Rettungssanitäter Ibrahim Yanik, die examinierte Krankenpflegerin Ivonne Matthes stellte die Versorgung des Fahrgastes sicher. Mit an Bord war die erwachsene Tochter des Fahrgastes.

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"Wir haben auf der langen Fahrt und an den beiden Tagen viel gelacht", erzählt Ivonne Matthes. Zumal der Coburger nicht nur die Fahrt selbst, sondern den Besuch an der Küste und die Seeluft sehr genossen habe. "Der Mann hat dort viele Jahre gelebt und hat für uns sozusagen als Fremdenführer fungiert. Schließlich kennt er sich dort aus", beschreibt Ibrahim Yanik die Situation.

Mit dem Küstenort verbindet der schwerkranke Mann mit der geringen Lebenserwartung viele positive Erinnerungen. Aber natürlich wussten alle, dass es das letzte Treffen von Vater und Sohn sein wird. Deshalb ermöglichte das Wünschewagenteam den beiden, viel Zeit miteinander zu verbringen. Und es ging am nächsten Tag erst sehr viel später zurück als geplant.

Trotz Corona: ASB erfüllt weiterhin Wünsche

Auch unter dem Zeichen der Corona-Pandemie fährt der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes. Einerseits sind genug und verschiedene Mund-Nasen-Masken sowie Desinfektionsmittel an Bord, zum anderen sind Fahrgast- und Fahrerkabine getrennte Bereiche im Fahrzeug.

Getragen wird das völlig ehrenamtliche Projekt von den ASB-Verbänden Nürnberg, Erlangen, Forchheim, Kronach, Coburg Stadt und Land, Würzburg, Aschaffenburg und Bad Windsheim. Von Erlangen aus klären Mitarbeiter des ASB, ob die Wünsche zu erfüllen sind, organisieren Termine, Eintrittskarten und anderes mehr.

Vor der Fahrt findet stets ein Gespräch mit dem Arzt des Fahrgastes statt. "Seit Corona ist die finanzielle Unterstützung des Projektes naturgemäß zurückgegangen", berichtet ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger. Aber nach der Pandemie werde sich das wieder ändern, zeigt er sich optimistisch.

 

Kontakt: Informationen für Helfer für den Wünschewagen gibt es unter www.asb.coburg.de und www.asb-coburg-land.de oder telefonisch unter 09561/814724 (Matthias Neuf), per E-Mail (wuenschewagen@asb-coburg-land.de) oder www.wuenschewagen-franken.de. Dort können sich auch eventuelle Spender oder Sponsoren melden.