Die Regiomontanus-Schule Coburg - Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule - hat 238 Schüler mit dem Fachabitur und 39 Schüler mit der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife verabschiedet.

Das Fachabitur, die allgemeine und die fachgebundene Hochschulreife seien die höchsten Schulabschlüsse in Bayern, stellte Schulleiter und Oberstudiendirektor Anton Staudigl in seiner Festrede deutlich heraus. Die Bestehensquote sei mit 94,6 Prozent so hoch wie schon lange nicht mehr. In schwierigen Zeiten wie der Prüfungszeit brauche jeder seine Rückzugsflächen und Sicherheiten, die Zuwendung wohlgesinnter Menschen. Der Dank der Schule gehe daher an alle Familienangehörigen, die sich diesen Anforderungen stellten und wesentlich zum heutigen Erfolg beigetragen hätten, sagte Staudigl. Der Schulleiter zollte aber auch allen Lehrkräften für das gezeigte Engagement zum Wohle der ihnen anvertrauten jungen Menschen seinen besonderen Dank.


Staudigl: Qualifikation öffnet bisher versperrte Türen

Mit dem Erhalt des Zeugnisses werde den Absolventen ein wichtiger Leistungsstand in ihrem Leben bescheinigt. Der Wert dieser Qualifikation, ob "Fachabitur", "Hochschulreife" oder "fachgebundene Hochschulreife", bemesse sich alleine an dem, was daraus gemacht wird. Das heutige Zeugnis sei, so Staudigl, eine Lizenz zum Weiterlernen. Alleine mit dieser Qualifikation werde kein Cent zu verdienen sein, aber die erreichte Qualifikation öffne jetzt bisher versperrte Türen. "Die heute bescheinigte Qualifikation verpflichtet und nötigt geradezu zum Weiterlernen." Heute sei ein Meilenstein im Lebenslauf aller Absolventen erreicht und ein Moment des Innehaltens sei notwendig. Doch dann müsse der Blick wieder nach vorne gerichtet sein. Neben den ganz persönlichen Plänen der Zukunftsgestaltung brauche die Gesellschaft diese Absolventen. Schulbildung und Ausbildung dürfe kein Selbstzweck sein, warnte der Oberstudiendirektor. "Die Gesellschaft hat in Sie investiert, jetzt muss die Rendite kommen."

Die Bundesrepublik Deutschland verfüge nach den Worten von Anton Staudigl über ganz wenige Rohstoffe. Es gebe nichts im Boden, kein Öl, kein Gas und keine seltenen Erden, aber es gebe den Rohstoff Geist. In Bayern gebe es ein hervorragendes Bildungsangebot, das zu findigen Köpfen wie den heutigen Absolventen führe. "Unser aller Wohlstand hängt von diesem Rohstoff Bildung ab", betonte Staudigl. Nur wenn wir mit unseren Produkten aus Deutschland weiter führend sind, können wir unseren Lebensstandard halten und in der globalisierten Welt bestehen. Bei dieser Abschlussfeier bekämen alle erfolgreichen Absolventen die Fachhochschulreife oder Hochschulreife bescheinigt, machte Staudigl deutlich. Diese Reife bedeute auch Mündigkeit und Verantwortungsbereitschaft und verpflichte geradezu zu einem Engagement und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft. "Unsere Demokratie braucht mündige Bürger, braucht engagierte Mitglieder, die sich einmischen, die mitreden, die Entscheidungen nicht anderen überlassen."

Sie haben den Abschluss mit der Note 1 vor dem Komma geschafft: Leon Kinninger, Jessica Gerlicher, Lea Schamberger, Polina Gumenscheimer, Marco Wendler, Alina Schremmer, Eva Dellert, Tim Greiner, Amelie Baumer, Maximilian Grempel, Miriam Rohse, Leon Gärtner, Jannik Wolf, Tatjana Zithof, Jan Glodschei, Konstanze Müller, Niklas Zehner, Kathrin Keller und Simon Lorenz.
Die besten Schüler der Ausbildungsrichtung Wirtschaft sind Niklas Zehner und im Sozialwesen Kathrin Keller.

Für sein soziales Engagement ehrte der Vorsitzende des Fördervereins Ulrich Herbert den Absolventen Marco Wendler.

Die Regiomontanus-Schule hatte im Schuljahr 2016/17 eine Typisierungsaktion zur möglichen Knochenmarkspende durchgeführt. Unter den 183 neuen potenziellen Spendern hat es einen "Treffer" gegeben, nämlich Maximilian Grempel. Er habe in die Spende eingewilligt und damit einem jungen US-Amerikaner geholfen, sagte Dr. Ulrich Herbert. Für seine Bereitwilligkeit und sein selbstloses, entschlossenes Handeln wurde Maximilian Grempel mit dem Regiomontanus-Preis für "Soziales Engagement" ausgezeichnet.

Die musikalische Gestaltung der Abschlussfeier hatten Lea Schamberger (Gesang), Robert Dicker und Kai Fürst sowie Gabriella Haas übernommen.