Auf der Nord-Süd-Achse wird es mit dem Kiebitzweg (zwischen Wassergasse und Creidlitz) schon bald ein gutes Angebot für Fahrradfahrer geben. Doch die FDP sorgt sich um die West-Ost-Achse. "Wer aus Wüstenahorn in die Innenstadt möchte, hat da derzeit nur die Frankenbrücke", gab Michael Zimmermann (FDP) am Donnerstag im Stadtrat zu Bedenken. Und die Frankenbrücke sei für Radfahrer "wirklich gefährlich".

Deshalb hat die FDP jetzt beantragt, dass der Bau einer Fahrradbrücke über die Bahngleise geprüft wird. Diese Brücke könnte etwa auf Höhe des Globe errichtet werden, würde aber eben nicht nur der Globe-Anbindung dienen, sondern der der gesamten Innenstadt. Und: Die Brücke sollte möglichst freitragend sein, wie es im FDP-Antrag heißt.

Gerd Weibelzahl vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) findet die FDP-Idee "spannend", wie er dieser Tage bereits in einer Pressemitteilung geschrieben hat. Er räumt allerdings auch ein, dass ein solches Bauwerk angesichts einer erforderlichen Länge von 200 bis 300 Meter inklusive Querung von zwei Verkehrsachsen eine "anspruchsvolle Planungsaufgabe" darstellen würde.

Radwegekonzept wird erstellt

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) erinnerte am Donnerstag daran, dass derzeit ohnehin an einem neuen Radwegekonzept gearbeitet wird. "Da sollten wir jetzt nicht über Einzelmaßnahmen diskutieren!" Der FDP-Antrag wurde daraufhin in den Geschäftsgang verwiesen.

Die Stellungnahme des VCD im Wortlaut:

"Gerd Weibelzahl von der Kreisgruppe Coburg des ökologischen Verkehrsclubs VCD bewertet den FDP-Vorschlag als spannende Verkehrslösung. "Wäre es machbar, die Bahngleise mit einer nur für zu Fuß gehende und Radfahrende zu nutzende Brücke zu überbrücken, so würde eine wesentliche Lücke im Radverkehrsnetz geschlossen, welche bis in den Landkreis Coburg hineinwirkt", urteilt Weibelzahl. Er weist darauf hin, dass die Verbindungen aktuell gerade für Bürger aus den Gemeinden Ahorn und der Stadt Seßlach ungünstig sind. "Diese müssen entweder dem Ahorner Berg an seiner steilsten Stelle vom Weichengereuth nach Ahorn befahren oder den eigentlich nicht nutzbaren Weg von der Wassergasse zur B303 nutzen. Dort gibt es dann das Problem einer nicht höhenfreien Querung der stark befahrenen B303 in Höhe des Ahorner Gemeindeteils Finkenau", stellt Weibelzahl die aktuelle Situation dar. Zusammen mit gerade sich im Bau befindlichen neuen Radweg zwischen Coburg und Creidlitz (Kiebitzweg) wäre eine interessante Querverbindung z.B. von Witzmannsberg über Schorkendorf und Wüstenahorn zum Globe und weiter nach Ketschendorf oder Creidlitz denkbar. Deutlich an Attraktivität würde sich die Situation für die Bürger aus den Stadtteilen Hut, Scheuerfeld und Wüstenahorn darstellen, da die Bahnbrücke eine alternative Fahrtmöglichkeit zur gefährlichen Route über die Frankenbrücke und den steilen Marschberg ermöglicht. Weibelzahl ist sich im Klaren, dass die Planung der Brücke herausfordernd ist. "Wahrscheinlich wird man die Bahngleise und die B4 ohne zusätzliche Stütze queren müssen. Die Planung einer solchen ca. 200 bis 300 Meter langen Brücke benötigt beispielsweise eine statische Machbarkeitsprüfung.". Umso erfreulicher wäre es, wenn der Coburger Stadtrat den FDP-Vorschlag einer detaillierten Prüfung unterziehen würde. Sinnvoll ist es, die Fachleute der Hochschule Coburg (z.B. Studiengang Bauingenieurwesen) mit einzubinden."