Anschreiben falten, in den Briefumschlag schieben. Fünf FFP2-Masken abzählen und ebenfalls in den Umschlag packen. Verschließen und in die Postbox legen.

Nach mehreren Stunden sind die Handgriffe für Dirk Wittmann zur Routine geworden. Auf einem Tisch stapeln sich neben ihm die leeren Schachteln. Immer 20 Stück dieser "Effective Partikel Filtering Mask" in einer.

Anstelle von Tischen und Stühlen stehen die Lieferkartons mit den FFP2-Masken in der Mitte des Konferenzraums. In allen Räumen im ersten Stock des Kongresshauses Rosengarten machen in diesen Tagen die Mitarbeiter des Coburg-Marketings die Schutzmasken gegen eine Coronavirus-Ansteckung versandfertig. Etwas mehr als 15 000 Masken werden Ende der Woche an pflegende Angehörige und Bedürfte in Coburg auf den Postweg gebracht sein.

Seit Anfang der Woche sind die FFP2-Masken im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Bayern Pflicht geworden. Bedürftige, die in der Stadt Coburg wohnen, erhalten automatisch Masken. Die Stadt verschickt an jede bedürftige Person ab 15 Jahre jeweils fünf. Bedürftig sind laut Freistaat dabei die Empfänger von Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV), Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung und Hilfe zum Lebensunterhalt.

Auch Menschen, die einen Angehörigen zu Hause pflegen, erhalten Masken zur Verfügung. Drei FFP2-Masken kommen in den nächsten Tagen mit der Post ins Haus. Etwa ein Viertel der Pflegebedürftigen in Bayern werden zu Hause gepflegt, diese Menschen und die pflegenden Angehörigen brauchen besonderen Schutz.

Eine dreiseitige Bedienungsanleitung wird jedem Schutzmasken-Paket beigelegt. "Der Träger einer FFP2- oder vergleichbaren Maske schützt - richtig getragen - nicht nur die Anderen, sondern auch sich selbst", heißt es in dem Schreiben des bayerischen Gesundheitsministeriums. Es folgt eine detaillierte Beschreibung, wie die Maske getragen werden muss, um den größtmöglichen Schutz zu erzielen. Auch die Desinfektion (sieben Tage trocknen bei Raumluft oder im Ofen bei 80 Grad Celsius) ist kurz erläutert. Weil nicht bekannt ist, ob sich bei Um- oder Heißluft Erreger von der Maske lösen können, werden Ober- und Unterhitze empfohlen. Verdeutlicht wird aber, dass die Masken eigentlich nur einmal verwendet werden sollten.

Neben dem Infektionsschutz wird auf den Datenschutz geachtet. Pflegende Angehörige haben sich per Internet bei der Stadt um die Masken bemüht, daher sind die Adressen der Stadtverwaltung bekannt. Vom Jobcenter erhielt die Stadt nur die Anzahl der Bedürftigen nach den Vorgaben der betreffenden Sozialgesetzbücher mitgeteilt. Die Päckchen sind im Kongresshaus gepackt und dann im Jobcenter mit der Adresse versehen worden