Pottenstein
Freizeitangebot

Pottensteiner Erlebnismeile erwacht aus Corona-Schlaf: Situation "ist definitiv existenzgefährdend"

Viele Menschen zog es über Pfingsten in die Fränkische Schweiz. In den Pottensteiner Einrichtungen lief das Geschäft verhalten an, was wohl auch am zunächst schlechteren Wetter lag.
Die Besucher des Pottensteiner Kletterwalds halten sich so gut es geht an die Abstandsregel und die Maskenpflicht. Fotos: Thomas Weichert

Viele Motorradfahrer und vor allem Wanderer nutzten das verlängerte Wochenende für einen Ausflug in die Fränkische Schweiz. "Bei uns ist die Hölle los", sagte die Kassiererin der Teufelshöhle am Pfingstmontagnachmittag. Am Samstag, als die Freizeiteinrichtungen der Pottensteiner Erlebnismeile wieder öffnen durften, und am Sonntag dürften kühlere Temperaturen einen größeren Ansturm verhindert haben.

Bei einer Führung durch die Teufelshöhle dürfen nicht mehr als 30 Leute dabei sein. Mit Mund-Nasen-Schutz und Sicherheitsabstand, was auch auf der Café-Terrasse gilt. Manchen dauerte die Wartezeit zu lange und sie gingen wieder. Bald rollt auch wieder die Museumsbahn  durchs Wiesenttal - wir haben alle Infos zu Tickets und Fahrplan.

Fränkische-Schweiz-Museum: "Für Pfingsten könnten es etwas mehr Besucher sein"

Die meisten Besucher hielten sich an die Vorgaben wie Maskenpflicht und Abstandsgebot. So auch im Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld. "Für Pfingsten könnten es etwas mehr Besucher sein", sagte Waltraut Gmelch.

Die Karts im E-Park Pottenstein fahren noch mit "angezogener Handbremse". Inhaber Werner Schmitt ist froh, dass er sein Fahrgeschäft und den Biergarten wieder aufmachen durfte. Das Geschäft laufe im Vergleich zu Pfingsten 2019 mit etwa 70 Prozent noch etwas auf Sparflamme.

Sein Angebot werde aber gut angenommen, sagt Schmitt, der ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt hat. Wer in den E-Park will, muss sich vorher anmelden. Das geht über E-Mail und über einen QR-Code, mit dem man sich vor dem Eingang via Handy registrieren kann.

Maximal 20 Personen

Ein Gast, der gerade geht, hält die Maskenpflicht im Freien für Unsinn. Die Tische in seinem Wintergarten hat Schmitt weit auseinander gestellt. "Da passen jetzt nur noch maximal 20 Personen rein", sagt er. Ärgerlich für ihn sei, dass es von der Regierung keine konkreten Anweisungen gebe, wie so ein Hygienekonzept aussehen muss. "Nach welchem System kann man arbeiten? Und wenn man einen Fehler macht, wird man womöglich auch noch bestraft", bangt der Unternehmer und hofft, das alles gut geht. Andere Kartbahnen im Freien durften in Bayern schon eher aufmachen, weil sie angeblich eine Sportanlage sind und kein Freizeitpark, also Sportgeräte verleihen. Nichts anderes mache Schmitt auch. Er vermisst einheitliche Regelungen.

Reger Betrieb herrschte im Pottensteiner Kletterwald. Auch hier geht nichts ohne vorherige Reservierung. "Es ist schon etwas nervig, weil ständig das Telefon klingelt", sagt eine Angestellte, die Buchungen entgegennimmt. Wer rein will, muss sich auf jeden Fall bei der Kasse registrieren. Also Name, Anschrift und Telefonnummer angeben. Darauf weist ein großes Schild am Parkplatz hin.

Das ist auch im Soccerpark im Ortsteil Regenthal so. Ohne seine Daten anzugeben, lässt Rainer Wendel keinen auf die Fußballgolf-Bahnen, in den Biergarten und ins Lokal. Name und Telefonnummer reichen hier aber. Maskenpflicht besteht im Biergarten und Lokal, bis man an seinem Platz sitzt. In der Fußballgolf-Anlage nicht. An jeder Bahn hat Wendel ein Schild aufgestellt mit dem Hinweis, Abstand zu halten. "Bleiben Sie gesund", steht dort als letzter Satz geschrieben.

Diskussionen zur Maskenpflicht

Diskussionen wegen der Maskenpflicht gebe es hin und wieder. Hauptsächlich mit einheimischen Gästen. Auch Wendel musste ein Hygienekonzept entwickeln. Vorlagen gab es dazu vom Hotel- und Gaststättenverband sowie der IHK über die Tourist-Information Pottenstein. Jedes dieser Konzepte muss aber auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sein.

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"Wir werden noch schweren Zeiten entgegengehen", fürchtet Wendel.

"Wir haben 60 bis 70 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Am Vatertag war es nur ein Drittel verglichen mit 2019. Das ist definitiv existenzgefährdend", erklärt Wendel, der erst vor vier Jahren "Millionen" investiert habe. "Wahrscheinlich werden wir die Darlehenslaufzeit verlängern lassen."

Freude über die Arbeit

Seine Schwester Elke ist froh, dass sie überhaupt aufmachen durften, dass sie arbeiten darf und das Wetter schön ist. "Wir sehen wenigstens wieder ein Licht am Ende des Tunnels", sagt sie. Die Freizeiteinrichtung fährt momentan mit halber Kraft, weil das Indoor-Klettern noch nicht erlaubt ist. Das soll erst kommende Woche so weit sein.

Das Flaggschiff in Pottenstein ist der Erlebnisfelsen mit Sommerrodelbahn, Skywalk und Hexenbesen. Hierher kamen am langen Wochenende die meisten Besucher, wenngleich noch einige der Parkplätze und der Busparkplatz gesperrt sind. Der Parkplatz am Schöngrundsee und am Felsenbad, das noch nicht aufmachen durfte, ist dagegen bis auf den letzten Platz voll. Am späteren Pfingstsonntagnachmittag sitzen trotzdem nur wenige Gäste im Biergarten am Kiosk. Dieser ist mit rot-weißen Trassierbändern abgesperrt.

Am Montag war das Geschäft besser, weil das Wetter schöner war. Da boomte auch der Bootsverleih wieder. Bruckmayers Biergarten und die Minigolfanlage nebenan liefen ebenfalls gut an. Einige spielten wieder Golf in Weidenloh bei Brüttings Säger-Golf. Auf der gesamten Anlage gilt der Mindestabstand von 1,50 Meter. Pro Bahn sind nicht mehr als zwei Personen erlaubt. Schläger, Bälle und Zählmappen müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Geöffnet hat auch wieder das Scharfrichtermuseum in der Stadtmitte. Auf den Straßen sind Menschen unterwegs, essen ein Eis vom Straßenverkauf und kehren in Lokale ein.