Bayreuther Tafel schließt in Corona-Krise: Normalerweise versorgt der Verein „Tafel Bayreuth e. V.“ zweimal pro Woche Menschen mit Lebensmitteln. Die Bedürftigen kommen aus allen Altersklassen: Von jungen Familien bis armen Rentnern waren bisher viele für das Angebot dankbar. Nun ist aber zunächst Schluss mit der Hilfe: Die Tafel Bayreuth bleibt vorerst geschlossen. (Bayreuth in der Corona-Krise: In unserem Liveticker versorgen wir Sie mit allen wichtigen Informationen.)

Der letzte Ausgabetag war am Samstag (14.03.2020), die Kunden durften nur noch einzeln in den Laden kommen und die Fenster waren weit geöffnet. Am Montag (16.03.2020) kam dann der Vorstand zu einer Corona-Krisensitzung zusammen und sprach sich für die sofortige Schließung der Einrichtung aus.

Die meisten Bedürftigen zeigten Verständnis. Außer ein paar wenigen aggressiven Kommentaren auf Facebook, wie: „Was ist jetzt, sollen wir verhungern?“, akzeptierten die meisten die Situation, sagt Heinritzi-Martin als Vorsitzende der Tafel Bayreuth. Mit der Schließung sollen die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Bedürftigen geschützt werden.

Zu viele Bedürftige bei Tafel Bayreuth

Die Tafel Bayreuth wird besonders stark nachgefragt. Pro Ausgabetag holen zwischen 200 und 240 Menschen ihre Lebensmittel ab. Zu Corona-Zeiten ist das ein großes Problem.

Die ehrenamtlichen Helfer müssten geschützt werden, so die Vorsitzende. Viele der Helfer seien Rentner mit Vorerkrankungen und hätten ein geschwächtes Immunsystem. Zu Beginn der Krise hätten viele Kunden draußen gewartet, um Abstände von 1,5 Metern einzuhalten. Dies sei aber bei vielen Menschen schwierig zu gewährleisten und auf Dauer nicht umsetzbar, so Heinritzi-Martin. Ihr tut die Entscheidung leid, dennoch sieht sie aktuell keine andere Lösung.

Sobald die Corona-Krise überstanden ist, soll die Tafel Bayreuth wieder öffnen, erklärt die Vorsitzende. Bis dahin müssen sich die Bedürftigen woanders mit Lebensmitteln versorgen, für viele von ihnen dürfte das eine große Herausforderung werden.