• Hasenpest in Bayreuth? Zwei verendete Tiere wurden dem Veterinäramt übergeben
  • Tierseuche bricht immer wieder aus: Population hat sich noch nicht erholt
  • Auch Menschen können sich mit Tularämie anstecken

Das Veterinäramt Bayreuth berichtet von „auffällig vielen toten Hasen". Der Dienststellenleiter, Dr. Kai Braunmiller, befürchtet, dass die Hasenpest in Bayreuth ausgebrochen ist. Zwei verendete Hasen wurden dem Veterinäramt übergeben. Am Mittwoch (24. Juni 2020) sollen sie auf die Tierseuche untersucht werden. Kommende Woche könnte das Ergebnis vorliegen.

Tularämie dezimiert immer wieder Hasen-Population in Bayreuth

Ein positives Testergebnis wäre keine große Überraschung für Dr. Braunmiller. In den vergangenen Jahren sei die Infektionskrankheit immer wieder im Bereich um die Eremitage, den Golfplatz und im Bayreuther Ortsteil Seulbitz aufgetreten. Vor vier beziehungsweise zwei Jahren habe es heftige Ausbrüche der Hasenpest gegeben. „Davon hat sich die Population bis heute nicht erholt“, sagt Dr. Braunmiller. Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen hätten zudem die Abwehrkräfte der Tiere geschwächt.

An der Hasenpest (auch als Tularämie bekannt) erkranken meist Nagetiere und Hasen. Sie verläuft oft tödlich. Die Tierkrankheit ist allerdings auch für den Menschen gefährlich. Nach einer Infektion treten grippeähnliche Symptome auf, erläutert Dr. Braunmiller. Einen Grund zur Panik gebe es allerdings nicht.

Laut den Daten des Robert-Koch-Instituts sind im Jahr 2018 lediglich 20 humane Tularämie-Infektionen in Bayern gemeldet worden (54 insgesamt in Deutschland). Eine Übertragung gebe es nur bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen, erläutert das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Daher gilt die Tularämie auch vor allem als Berufskrankheit von Jägern.

Der Leiter des Bayreuther Veterinäramts möchte dennoch die Bürger für das Thema sensibilisieren. In den Risikobereichen sollten Spaziergänger besonders achtsam sein. Hunde sollten angeleint werden, denn auch sie können sich mit der Hasenpest infizieren.