Bei Naturkatastrophen wie der Flut im Ahrtal 2021, dem Hochwasser in Südbayern 2024 oder den Waldbränden in Thüringen 2025 stellt das BRK Hollfeld aus dem Landkreis Bayreuth nach eigenen Angaben unter anderem die Verpflegung und Versorgung der Feuerwehr mit einem 50-köpfigen Team sicher.

Wie der ehrenamtliche Helfer und frühere Kreisbrandmeister für die technisch-medizinische Rettung im Landkreis Bayreuth Marco Wenzel inFranken.de berichtet, sind mit solchen Einsätzen oft unwegsame, steile und überflutete Gelände verbunden.

"Das war eine enge Nummer": BRK Hollfeld muss Rettungswägen zweckentfremden

Nicht selten sei dabei die eigene Sicherheit in Gefahr. "Fehlendes oder ungeeignetes Material kann Einsätze verzögern, erschweren oder gefährlich machen", habe das Team in der Vergangenheit immer wieder erlebt. Dringend benötigt werde daher ein geländegängiges Einsatzfahrzeug, doch bei der Bezahlung sei das BRK Hollfeld auf Unterstützung angewiesen.

"In Südbayern kam einmal plötzlich hinter uns das Wasser, weil es durch einen Damm geflossen ist. Wir sind mit unserem Rettungswagen gefahren. Er ist schon etwas höhergelegt und hat Allrad-Antrieb, aber das Wasser hat ihn aufgeschwemmt", erinnert sich der 35-Jährige im Gespräch. "Das war eine enge Nummer, wir sind dort gerade so rausgekommen. Das würde ich ungern wiederholen." Auch in Thüringen habe die Gruppe ihren Rettungswagen zweckentfremden müssen, wie er fortführt. 

"Mit dem Rettungswagen sind wir in den Wald gefahren, um den Rettungskräften die Verpflegung zu bringen. Das war nicht nur grenzwertig, sondern am Rande dessen, was das Fahrzeug leisten kann", gibt er zu bedenken. Auch im Ahrtal hätten die ungeeigneten Fahrzeuge "massive Schäden" erlitten. Daher sei das BRK nun froh über die Spende eines robusten und leistungsstarken Unimogs U1300.

Unimog-Umbau erfordert Tausende Euro - fränkische Rettungskräfte mit Hilferuf

Dieser müsse allerdings aufwendig umgebaut werden, müsse in seine Einzelteile zerlegt werden und brauche beispielsweise eine Hebebühne, eine neue Blaulichtanlage und weitere Sonderanbauteile, um in den kommenden Jahren einsatzfähig zu sein. Die Umbaukosten würden nicht von öffentlichen Fördermitteln oder Zuschüssen getragen, erklärt Wenzel. In diesem Rahmen bitten die Ehrenamtlichen in einer Spendenkampagne auf gofundme.com um Unterstützung. Auch die Stadt Ansbach bittet um Hilfe - für Menschen, die nach einem Feuer-Drama fast alles verloren haben.

Das gesamte Projekt Unimog kostet laut Wenzel etwa 60.000 Euro. 20.000 bis 25.000 Euro habe die Gruppe bisher aufgebracht. "Ihre Spende hilft ganz konkret, die Sicherheit der Helfer zu erhöhen und gleichzeitig die Hilfe für Betroffene schneller, effektiver und professioneller zu machen", heißt es in der Kampagne. Je schneller das Geld zusammenkomme, desto schneller könne der Unimog zum Einsatz kommen. "Spätestens Mitte des Jahres haben wir Not und bräuchten das Fahrzeug", so der 35-Jährige. Weitere Nachrichten aus Bayreuth und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.